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Sookee: lila Licht am Hip-Hop-Himmel

Sookee: lila Licht am Hip-Hop-Himmel

Sookee, eine aus Berlin kommende Rapperin*, wirbelt die Hip-Hop-Szene ganz schön auf. Am 31.03.2011 hatte sie* mit ihrem* Album „QUING“ Österreichpremiere im EKH, am 02.04. einen Gig in der Schenke. Wer bei deutschem Hip-Hop möglicherweise an Bushido und Sido denkt, liegt dabei schwer daneben, denn: Sookee ist quing. Sookee ist pro homo. Sie* bricht mit Sexismus, Homo-/Transphobie, Rassismus und Körpernormen und vor allem mit dem Hip-Hop-Malestream und den darin manifestierten Normen. Ich selbst bin große Hip-Hop-Liebhaberin* und bin in erster Linie us-amerikanischem queeren Hip-Hop verfallen, schlichtweg weil es im deutschsprachigen Raum wenige kritische Rapper_innen gibt. Sookee ist eine* der wenigen. Sie* bringt dafür viel frischen Wind in die verstaubten Schubladen des in vielerlei Hinsicht diskriminierenden Raps. „Hieraus ergibt sich endlose Aufzählungen mit LesBiSchwulen, (Drag)Kings und Queens, Transgendern, She-Males, He-Shes, Cross-DresserInnen, Transsexuellen, Butches, Femmes, BartträgerInnen, Tunten, Dykes, Gender-Blendern, Gender-Bendern, Asexuellen, Polys, Heteros, Definitionsunwilligen, Geschlechtsunentschlossenen und allem, was das queere Spektrum liefert. Die Bezeichnung Quing ist mir dabei aber noch nie begegnet, obwohl sie so naheliegend ist. Mir geht es dabei nicht darum, Trans- oder Intersexualität zu outen oder als transgendernder Changeling aufzutreten, sondern vielmehr darum. ein Bewusstsein zu repräsentieren. Keinesfalls soll damit meine Zugehörigkeit zur Genusgruppe Frau in Frage gestellt werden. Vielmehr möchte ich mich solidarisch zeigen mit all denen, die (im Rap) keine Stimme haben, da sie im dichotomen Rahmen von Mann und Frau nicht funktionieren oder funktionieren wollen. Darüber hinaus verstehe ich Quing als Kritik an die mit den Geschlechterrollen verbundenen Eigenschaften, Fähigkeiten und Verhaltensweisen, die sich in Sozialisation, Bildung, Interessen, Liebe, Öffentlichkeit, Arbeitsmarkt, Politik, Popkultur, Medien, Tradition, Familien, Religion, Sexualität, Konsumwelt, Mode, Technik, Krieg, Schönheit, etc. als bloße, durch Reproduktion am Leben erhaltende Klischees manifestiert haben. Da jeder dieser Bereiche und alle anderen ein Thema von Rap sein können, hat Quing Existenzberechtigung.“ (Quelle:http://www.sookee.de/material/lesen/andere-texte/) Der Auftritt in der Schenke war atemberaubend: Sookees Raps empowern, motivieren, geben Hoffnung. So viel Kraft, so viele Menschen, so viel Wut und Freude in einem Raum. Selten hat mich ein Konzert so nachhaltig inspiriert: nicht aufgeben heißt die Devise. Denn: wenn Sookee es schafft, den sexistisch-homophoben Hip-Hop-Mainstream zu durchbrechen, dann können wir uns auch Stimme verschaffen: auf die eine oder andere Art. Nicht jede Person muss jetzt zum Mikro greifen 😉 Zivilcourage im Alltag reicht, um den eigenen Ansichten Gehör zu verschaffen.

 

Aber nun Schluss mit dem Monolog. Hört selbst! Das aktuelle Album lässt sich bei Konzerten günstig erwerben und manche Songs kann mensch auch auf der Homepagwww.sookee.de downloaden.

Qwien introducing Sookee

Sookee \“Pro Homo\“

Abbildungsverweis: young-germany.de

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