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Sex von der Straße

QWIEN präsentiert in Zusammenarbeit mit dem Filmfestival für Menscherechte THIS HUMAN WORLD den neuen Film von Rosa von Praunheim Rent Boys (Die Jungs vom Bahnhof Zoo)“ über Berliner Stricher, die ihn über Wien bis nach Rumänien führen. [caption id="attachment_1262" align="alignleft" width="300" caption="Am Arbeitsplatz Pornokino"][/caption] Rosa von Praunheim ist nicht nur der bekannteste schwule Filmregisseur, sondern auch ausgesprochen produktiv. Sein neuester Film ist wieder ein Dokumentarfilm und wie immer geht Praunheim unbefangen an sein Objekt der Untersuchung, die Berliner Stricherszene auf dem Bahnhof Zoo. Fünf Geschichten von männlichen Prostituierten erzählt er und man sieht, dass er die porträtierten Männer mit ihren ganz unterschiedlichen sozialen und kulturellen Hintergründen liebt. Er nimmt ihre Geschichten ernst, er urteilt nicht über ihr Tun. Für Praunheim ist nicht die homosexuelle Prostitution das Problem, sondern der gesellschaftliche Umgang mit den Prostituierten, sowohl von behördlicher Seite als auch von Seiten der Kunden. So wird aus den Lebensgeschichten der Jungs vom Bahnhof Zoo weit mehr, als die Bebilderung von Schicksalen am Rande der Gesellschaft, wie sie unzählige spekulative Fernsehdokumentationen zeigen. Praunheim fragt nach den Gründen, warum die oft auch heterosexuellen jungen Männer ihren Körper verkaufen, und kommt dabei zu ganz unterschiedlichen Antworten. Die Männer erzählen von Missbrauch und Gewalt, von einer Kindheit, die ihnen keine Chance ließ, von Armut und einem Mangel an Möglichkeiten, selbstbestimmt sein Leben zu gestalten. So stehen neben traumatisierten Männern, die oft vergeblich um Hilfe schrieen, „gestandene“ Männer, die in ihrem großen Schwanz und muskulösen Körper ihr Kapital zum Überleben im Großstadtdschungel sehen. Auf diese Weise lässt sich selbst Familienleben mit schwuler Prostitution verbinden. [caption id="attachment_1263" align="alignright" width="300" caption="Zuhause im Dorf"][/caption] Eine Gruppe rumänischer Roma-Stricher begleitet Rosa von Praunheim in ihr Dorf, ein armes Nest mit ärmlichen Hütten, ohne befestigte Straßen, in denen die BewohnerInnen ohne auf den Schlamm zu achten fröhliche Feste feiern, wenn die jungen Männer, fast alle gutaussehenden (und gutgebauten) des Dorfs, aus Berlin zu Besuch kommen und dringend benötigtes Geld mitbringen, um die schlimmste Armut zu lindern. Offiziell mit Straßenmusik verdient, wissen doch alle, vor allem die heranwachsenden Jungs (quasi die nächste Generation von Strichern), womit ihre Freunde ihr Geld verdienen. Daneben kommen auch Straßensozialarbeiter, Wirte von Stricherkneipen und Freier wie der österreichische Schauspieler und Regisseur Peter Kern zu Wort. Durch all diese Stimmen schafft Rosa von Praunheim einen vielschichtigen Film über die Jungs vom Bahnhofs Zoo, der in einer Episode auch nach Wien führt. Grund genug, um im Anschluss an den Film über die Situation von homosexuellen Strichern in Wien zu diskutieren. Rent Boys (Die Jungs vom Bahnhof Zoo) Regie: Rosa von Praunheim Deutschland (2010), Blu-Ray, 83 Min. (OF) 3. Dezember 2011, 20.00 Uhr Schikaneder Kino, Margaretenstraße 24, 1040 Wien Karten: www.thishumanworld.com Im Anschluss an den Film Diskussion mit: – Hubert Kickinger, Journalist – Mag. Wolfgang Wilhelm, Wiener Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen (WASt) – ein Sozialarbeiter aus Praunheims Film – ein Wiener Stricher Gesprächsleitung: Andreas Brunner, Zentrum QWIEN Webtipps: – Trailer Rent Boys3sat-Beitrag zur die Premiere von Rent Boys bei der Berlinale 2011  ]]>

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