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Bedrohte Liebe

Der beeindruckende Spielfilmerstling Sharayet der US-amerikanisch-iranischen Regisseurin Maryam Keshavarz läuft dieses Wochenende in Österreich an. Teheran im Sommer 2009. Die „grüne Revolution“ macht Hoffnung auf Aufbruch in einem Land, das von erzkonservativen Mullahs geführt wird. Die zwei Schülerinnen Atafeh und Shirin haben sich nach außen hin den religiösen Vorschriften angepasst, obwohl sie in liberalen Familien aufgewachsen sind. Im Verborgenen begehren sie aber auf, wollen mehr vom Leben als ihre Eltern, wollen frei sein, ungezwungen und ungebunden – und sie wollen ihre Liebe leben. So auch Atefeh und Shirin. In poetischen Bildern erzählt die iranisch-US-amerikanische Regisseurin Maryam Keshavarz von der Annäherung der beiden jungen Frauen, vom Entdecken ihrer Leidenschaft. Doch schon bald droht aus der eigenen Familie Ungemach. Mehrans Bruder, nach einem Drogenentzug auf der Suche nach neuem Halt in seinem Leben, wendet sich immer mehr religiösen Fundamentalisten zu. Damit wird auch die Beziehung seiner Schwester mit einer Frau zum Problem. Der erste Spielfilm der iranischen Exil-Regisseurin Maryam Keshavarz läuft dieses Wochenende in Wiener und Grazer Kinos an. Sie sagt über ihren Film: Sharayet ist ein unerschrockener Blick darauf, wie der Unterdrückungsapparat selbst in die stärksten und intimsten Beziehungen eindringen und sie zerstören kann. Die größte Herausforderung für den utopischen Zufluchtsort Familie ist nicht die Außenwelt und nicht das Unterdrückerregime, sondern die Form der Unterdrückung, die erst dann möglich wird, wenn die eigenen Reihen der Familie unterwandert werden. Der mehrfach preisgekrönte Film – so erhielt er die Publikumspreise beim renommierten Sundance Filmfestival und bei den Lesbisch Schwulen Filmtagen in Hamburg – zeigt deutlich, wie menschenverachtende Hetze von Religionsgemeinschaften (und man kann als Gedankenexperiment die islamischen Mullahs durch katholische Kirchenfürsten ersetzen und käme zu einem ähnlichen Ergebnis) Familien zerstört und genau dem, was diese Religionen immer predigen, nämlich der Liebe, Hohn spottet. Selbst die Kronen Zeitung fand für diesen lesbischen Liebesfilm lobende Worte: Behutsam schildert [die Filmemacherin] Intimität und erwachende Sexualität im politisch aufgeladenen Klima des heutigen Iran. Ab 25. 5. 2012 im Topkino und im Schikaneder Kino in Wien und im Rechbauer Kino in Graz Weitere Infos zu Sharayet]]>

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