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Als Lesbe in Tirol

Andrea Nagy hat Innsbrucker Lesben nach dem Verhältnis zu ihrer Stadt befragt. Die Ergebnisse sind unter dem Titel Welt statt Innsbruck erschienen. Von Hannes Sulzenbacher Wie lebt es sich als Lesbe in Innsbruck? Welche Rolle spielt das Innsbrucker Autonome FrauenLesbenzentrum AFLZ in diesem Leben: Anker, Versteck, Schutzort? Diese und andere Fragen stellte ein Projektteam um Andrea Nagy drei Monate lang auf einem online zur Verfügung gestellten Fragebogen des AFLZ in Innsbruck, der einzigen dezidiert „lesbisch“ benannten Institution Österreichs. Die Auswertung der Ergebnisse war die Grundlage der Publikation. Über den spezifischen Zugang zum Fragebogen auf der AFLZ-website ergab sich auch ein besonderes, nicht für „Innsbrucker Lesben“ repräsentatives Sample, dessen Eindrücke und Bewertungen der Innsbrucker „Szene“ und des lesbischen Lebens in der Tiroler Landeshauptstadt dennoch interessant und aufschlussreich sind. Aus diesem Umstand heraus erklärt sich aber, dass lediglich 37 Fragebögen für die Studie ausgewertet wurden. Jene stammen vorwiegend von akademisch gebildeten Frauen, die in Sozial- und Gesundheitsberufen arbeiten. Unter den 15 Fragen sind solche nach dem Coming-Out, nach dem persönlichen Stellenwert des Feminismus, nach den Orten, wo frau sich offen als Lesbe bewegt oder andere Lesben trifft, usw.; der Zusammenhang zur Stadt Innsbruck wird mit drei Fragen hergestellt, in denen die Erwartungen an die Stadt „als Lesbe“, das schönste und das schlechteste Erlebnis als Lesbe in Innsbruck thematisiert werden sollten. Zudem wurde auch das Verhältnis der Frauen zum AFLZ als dem Ort der lesbischen Subkultur Tirols abgefragt. Das AFLZ wird denn auch von den Einen als geschützter, intimer Ort, von den Anderen als eingeschworener Ort einer „Clique“ empfunden. Insgesamt zeigt sich ein nicht unerwartbares Bild einer österreichischen Landeshauptstadt im Jahr 2007, die Offenheit und Urbanität Innsbrucks wird konterkariert durch einzelne Diskriminierungserfahrungen, durch Angst vor Diskriminierung und durch den Wunsch nach mehr Diversität und weniger Heteronormativität. Die Autorin bemerkt dazu selbst in der Einleitung: „Innsbrucks lesbische Subkultur lässt sich auch in diesem Buch nicht zusammenfassen oder geschlossen darstellen, jedoch können Facetten dieser Subkultur aufgezeigt werden.“ Andrea Nagy: Welt statt Innsbruck. Lesbische Subkultur und Stadtstruktur. Ein Forschungsbericht. Norderstedt: BoD 2012 erhältlich bei Löwenherz]]>

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