<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>QWIEN</title>
	<atom:link href="http://www.qwien.at/?feed=rss2" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.qwien.at</link>
	<description>schwul/lesbisches Zentrum für Kultur und Geschichte</description>
	<lastBuildDate>Wed, 16 May 2012 18:48:59 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.2.1</generator>
		<item>
		<title>ÖH-Topf der Uni Wien zur Förderung feministischer/queerer Nachwuchswissenschafter*innen</title>
		<link>http://www.qwien.at/?p=1610</link>
		<comments>http://www.qwien.at/?p=1610#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 16 May 2012 10:24:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sara Ablinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[QWIEN]]></category>
		<category><![CDATA[QWIEN tipp]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.qwien.at/?p=1610</guid>
		<description><![CDATA[&#160;
ÖH-Uni-Wien-Topf zur Förderung feministischer/queerer Nachwuchswissenschafter*innen
Die ÖH Uni Wien fördert wissenschaftliche Auseinandersetzung mit feministischen/queeren Themen. Um Förderung ansuchen können Nachwuchswissenschafter*innen (Studierende), die queere/feministische wissenschaftliche Arbeiten verfassen oder queere/feministische wissenschaftliche Projekte durchführen. Die ÖH Uni Wien unterstützt ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<div align="left"><span style="color: #000000;font-family: Arial"><strong>ÖH-Uni-Wien-Topf zur Förderung feministischer/queerer Nachwuchswissenschafter*innen</strong></span></div>
<div align="left"><span style="color: #000000;font-family: Arial">Die ÖH Uni Wien fördert wissenschaftliche Auseinandersetzung mit feministischen/queeren Themen. Um Förderung ansuchen können Nachwuchswissenschafter*innen (Studierende), die queere/feministische wissenschaftliche Arbeiten verfassen oder queere/feministische wissenschaftliche Projekte durchführen. Die ÖH Uni Wien unterstützt darüber hinaus die Publikation der geförderten Arbeiten.</span></div>
<div align="left"><span style="color: #000000;font-family: Arial"><strong>Höchstmöglicher Förderbetrag:</strong> 1.500,– Euro</span></div>
<div align="left"><span style="color: #000000;font-family: Arial"><strong>Kontakt und Antragstellung:</strong> </span><a href="https://service.gmx.net/de/cgi/derefer?TYPE=3&amp;DEST=" target="_blank"><span style="font-family: Arial"><span style="text-decoration: underline">queer-fem-foerderung(at)oeh.univie.ac.at</span></span></a></div>
<div align="left"><span style="color: #000000;font-family: Arial"><strong>Richtlinien für die Antragstellung:</strong></span><a href="http://www.oeh.univie.ac.at/arbeitsbereiche/homobitrans/" target="_blank"><span style="font-family: Arial"><span style="text-decoration: underline">http://www.oeh.univie.ac.at/arbeitsbereiche/homobitrans/</span></span></a></div>
<div align="left">Das Homobitrans-Referat findet ihr auch auf<a href="https://www.facebook.com/pages/HomoBiTrans-Referat-der-%C3%96H-Uni-Wien/215923448505044" target="_blank"> Facebook</a>!</div>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.qwien.at/?feed=rss2&#038;p=1610</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>„Fiuvagylany vagy?“  das neue Projekt der Künstlerin* Adrienn Kiss</title>
		<link>http://www.qwien.at/?p=1602</link>
		<comments>http://www.qwien.at/?p=1602#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 16 May 2012 10:19:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sara Ablinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[QWIEN]]></category>
		<category><![CDATA[QWIEN kultur]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.qwien.at/?p=1602</guid>
		<description><![CDATA[ Wer  ist  Adrienn Kiss? 
eine visuelle Künstlerin. Hat 2008 an der Akademie der Bildenden Künste Wien in der Klasse von Prof. Gunter Damisch in Grafik &#38; Malerei diplomiert. Arbeitet meistens mit dem Medium Zeichnung und ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong> Wer  ist  Adrienn Kiss? </strong></p>
<p>eine visuelle Künstlerin. Hat 2008 an der Akademie der Bildenden Künste Wien in der Klasse von Prof. Gunter Damisch in Grafik &amp; Malerei diplomiert. Arbeitet meistens mit dem Medium Zeichnung und Digitalfotografie, diesmal- bei der aktuellen  Austellung in der Galerie Geyling -auch mit Glas und Licht.</p>
<p><em>„Ich bin die beste Zeichnerin, die ich kenne; eine Perfektionistin und eine leidenschaftliche Effekthascherin.“</em></p>
<div id="attachment_1607" class="wp-caption alignleft" style="width: 234px"><a href="http://www.qwien.at/wp-content/uploads/Duellselfportrait-as-a-hero.jpg"><img class="size-medium wp-image-1607 " src="http://www.qwien.at/wp-content/uploads/Duellselfportrait-as-a-hero-224x300.jpg" alt="Duell (selfportrait as a hero)" width="224" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Duell (selfportrait as a hero)</p></div>
<p><strong>Was ist das Hauptanliegen deiner Kunst?</strong></p>
<p style="text-align: left">Selbstdarstellung. Ich versuche genauso meine Ideen und Gedanken zu kommunizieren wie alle anderen Künstler_innen. Meine Kunst ist aber sehr persönlich: die Motive finde ich in  meinem engsten Umfeld. Sie kreisen um mich selbst und Menschen, die mich umgeben. Grundsätzlich bin ich von Emotionen geleitet. Ich visualisiere eine  Interpretation von der Wirklichkeit durch die Verzerrung meiner Gefühle und daydreams sind manchmal auch herzlich wilkommen.</p>
<p style="text-align: left">Und bezüglich der Bedeutung: Ich denke, dass Kunst noch immer so funktionieren sollte, wie damals als die meisten Leute noch nicht lesen konnten, und Künstler_innen die wichtigen Dinge so darstellen mussten, dass sie  eine Ahnung kriegten; wie  z.B. religiöse Darstellungen oder  illustrierte Bücher der Geschichte.</p>
<p style="text-align: left">Mein Arbeitsmotto lautet: <em>“the right to create,  without appology, from a stance beyond gender or social definition, but not beyond the responsibility to create something of worth”</em> (Patti Smith)</p>
<p><strong>Derzeit ist in der Galerie Geyling eine Installation von dir zu sehen, worum geht es da</strong><strong>?</strong></p>
<p>In der Galerie Geyling sind derzeit die ersten Arbeiten von mir mit Glas zu sehen. Der Ausgangspunkt war eine frühere große Buntstiftzeichnung aus 2010 mit dem Titel „Happened to fade“, die die Vergänglichkeit und verlorene Liebe zum Thema macht. Als Gegenstück dazu habe ich ein Glasbild mit dem Titel „Not fade away“ geschaffen: zum Teil realistisch, aber meist gotisiert. In meinen Zeichnungen habe ich keine Konturlinien, dafür ineinanderfließende Farben und einen starken Realismus. Die Glasmalerei ist das komplette Gegenteil von meiner bisherigen Arbeit. Die zwei Arbeiten sind gegenüber von einander ausgestellt.</p>
<p><a href="http://www.qwien.at/wp-content/uploads/geyling-galerie-adrienn-kiss.jpg"><img class="size-medium wp-image-1604 alignright" src="http://www.qwien.at/wp-content/uploads/geyling-galerie-adrienn-kiss-219x300.jpg" alt="" width="219" height="300" /></a>Der Titel dieser Ausstellung “There is a light that never goes out” ist  zugleich der Titel meiner Installation. Was steht technisch gesehen zwischen der Zeichnung und dem Glasbild? Es ist eine Lichtprojektion mit Glas, welche  einen Farbkreis oder –ring zeigt, dessen Zentrum weiß ist. Er erinnert an den Farbkreis aus Goethes Farbenlehre und auch an die Farben der Regenbogenfahne. Die Installation beschäftigt sich jedoch nicht oberflächlich mit dem Phänomen Licht und Farbe, sondern lädt zu Assoziationen ein.  Für mich müsste es also ein Licht sein, das nie endet…</p>
<p><a href="http://www.qwien.at/wp-content/uploads/Geyling-Adrienn-Kiss-Er+%C3%82ffnung-Foto-Alicia-Waldstein-10b.jpg"><img class="size-medium wp-image-1605 alignleft" src="http://www.qwien.at/wp-content/uploads/Geyling-Adrienn-Kiss-Er+%C3%82ffnung-Foto-Alicia-Waldstein-10b-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a>Die ganze Ausstellung hat einen transzendenten Charakter. Sie beschäftigt sich mit Vergänglichkeit, Kontinuität und Ewigkeit, wobei Religion und auch Queeridentität einen Platz hat. Es ist ein gedankliches Spiel mit Licht und Dunkel, Gott und Teufel &#8211; Letzteres mit einem humorvollen Augenzwinkern.</p>
<p><strong>Du bist in Ungarn aufgewachsen und arbeitest dort auch immer wieder. Wie beeinflusst dich die politische Situation von ungarischen LGBTI? </strong></p>
<p>Es ist logisch, dass die  Situation mein Leben und dadurch meine  Arbeit beeinflusst. Ich mag meine Heimat. Deswegen ist es auch angenehm in  Wien zu leben, da ich nicht weit weg von Ungarn bin. Ich  fühle mich aber nicht wirklich wohl zu Hause. Mich stören die „Scheuklappen-Attitüden&#8221; der Menschen, das riesige Unwissen  über das Thema und die  Widerwilligkeit  darüber zu lernen. Es hat natürlich viel mit der Regierung zu tun, die immer wichtigere Probleme hat  als civil rights. Das ganze macht mich wütend und inspiriert mich gleichzeitig; deswegen möchte ich mich stärker innerhalb der LGBTI-Bewegung positionieren. In Ungarn es gibt nämlich keine  Stimme aus  dem Kunstbereich in dem Diskurs von LGBTI Problemen. My time has arrived!</p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 222px"><a href="http://www.qwien.at/wp-content/uploads/yin-yang-me.jpg"><img src="http://www.qwien.at/wp-content/uploads/yin-yang-me-212x300.jpg" alt="" width="212" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Yin Yang me</p></div>
<p><strong>Wie wirken sich die politischen Umstände  auf deine Kunst aus?</strong></p>
<p>Je älter ich werde, desto mehr beschäftige ich  mich mit Politik &#8211; das ist wahrscheinlich ein Zeichen vom Erwachsensein. Früher &#8211; als ich  noch ein„Grünhorn“ war &#8211; habe ich generell wenig von Theorie und besonders von den zeitgenössichen post-feministischen  Strategien gehalten. Ich fand sie damals  zu populär und damit  zu übertrieben. Ich wollte einfach „instinct-driven“ bleiben und zeichnete was mir gefallen hat ohne mich auf besondere Ideologien zu beziehen.  Aber durch meine Lebenserfahrungen bin ich draufkommen, dass die Gesellschaft &#8211; wie schon am Anfang gesagt &#8211; etwas mehr von Künstler_innen erwartet. Mein erstes politisches  Bild ist  aus 2005, ich habe es für das erste Jubiläum der EU-Mitgliedschaft Ungarns gemacht. Es geht um Popkultur und Konstruktionen von Identität, wie auch Nationalität.</p>
<div id="attachment_1603" class="wp-caption alignright" style="width: 169px"><a href="http://www.qwien.at/wp-content/uploads/HunHeart2.jpg"><img class="size-medium wp-image-1603 " src="http://www.qwien.at/wp-content/uploads/HunHeart2-159x300.jpg" alt="" width="159" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Hunheart 2005</p></div>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Planst du neue Projekte und Ausstellungen?</strong></p>
<p>Ja, sicher. Ohne Pläne geht es nicht weiterzuarbeiten, da ich sehr organisiert und  systematisch bin!</p>
<p>Ich arbeite gerade an einem Konzept um Genderidentität. Es heisst „Fiuvagylany vagy?“  Es ist stark  von meinen letzten Erlebnissen in Ungarn inspiriert, da manche  Leute mich auf der Strasse einfach gefragt haben: „Bist du ein Mann oder eine Frau?“  Der ungarische Titel ist gleichzeitig ein Wortspiel, da das Wort „vagy“ auch „du bist“ und „oder“ auf  Ungarisch bedeutet. (Es ist eine lustige Sprache.) Ich möchte dieses Projekt natürlich gerne in Ungarn zeigen, muss aberdafür noch dafür Ausstellungslobbying betreiben.</p>
<div id="attachment_1606" class="wp-caption alignleft" style="width: 235px"><a href="http://www.qwien.at/wp-content/uploads/fiuvagylany.jpg"><img class="size-medium wp-image-1606 " src="http://www.qwien.at/wp-content/uploads/fiuvagylany-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Fiuvagylany</p></div>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: left"><strong>Danke für das Interview!</strong></p>
<p style="text-align: left"><strong>Nähere Infos zur Künstlerin* unter <a href="www.adriennkiss.com" target="_blank">www.adriennkiss.com</a></strong></p>
<p style="text-align: left"><strong>Die Ausstellung &#8220;There is a light that never goes out&#8221; in der<a href="http://www.geyling.at/galerie/aktuell.htm" target="_blank"> Galerie Geyling</a> läuft noch bis 24.5.2012!</strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.qwien.at/?feed=rss2&#038;p=1602</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Der Parade-Nazi</title>
		<link>http://www.qwien.at/?p=1588</link>
		<comments>http://www.qwien.at/?p=1588#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 15 May 2012 13:47:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Brunner</dc:creator>
				<category><![CDATA[QWIEN]]></category>
		<category><![CDATA[QWIEN books]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.qwien.at/?p=1588</guid>
		<description><![CDATA[Sein frühes Lebensende im Jahr 1942 änderte nichts an der Angst, die allein sein Name verbreitete: Reinhard Heydrich, einer von Hitlers brutalsten Karrieristen, wurde zum Thema einer präzisen und lesenswerten Biografie. Robert Gerwarth analysiert darin ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Sein frühes Lebensende im Jahr 1942 änderte nichts an der Angst, die allein sein Name verbreitete: Reinhard Heydrich, einer von Hitlers brutalsten Karrieristen, wurde zum Thema einer präzisen und lesenswerten Biografie. Robert Gerwarth analysiert darin den beruflichen Aufstieg des fanatischen Nationalsozialisten und Judenhassers. Ein wenig erfährt man auch über die Verfolgung der Schwulen, für die er ebenso mitverantwortlich zeichnete.</em></strong></p>
<div id="attachment_1590" class="wp-caption alignleft" style="width: 217px"><a href="http://www.qwien.at/wp-content/uploads/Reinhard_Heydrich.jpg"><img class="size-medium wp-image-1590" title="Reinhard_Heydrich" src="http://www.qwien.at/wp-content/uploads/Reinhard_Heydrich-207x300.jpg" alt="" width="207" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Reinhard Heydrich, ca. 1940 (c) Bundesarchiv, Quelle Wikipedia</p></div>
<p>Reinhard Heydrich entstammte einem gutbürgerlichen, musikalischen Elternhaus, sein Vater war bekannter Komponist und Opernsänger, baute rund um die Jahrhundertwende ein Konservatorium in Halle an der Saale auf, das bis in die 1920er Jahre prächtig lief. Weltanschaulich war man zunächst dem wilhelminischen Kaiserreich und später der völkischen Rechten verbunden, der 16-jährige Reinhard wurde Mitglied des Deutschvölkischen Schutz- und Trutzbundes von Halle. Mit 18 trat er in die Reichsmarine ein, als Seekadett, der von seinen Kameraden als eigensinnig und als Sonderling angesehen wurde. Er begann ein Verhältnis mit einer unbekannten Frau, mit der er sich ab und zu am Wochenende traf, und widmete sich seiner Karriere und vor allem dem Sport.</p>
<p>1930 lernte er Lina von Osten kennen, die sieben Jahre jünger war als er, und glühende Nationalsozialistin und Antisemitin. Zwei Wochen später waren sie verlobt, doch der Ehe standen zwei Dinge entgegen: Heydrich hatte seiner ehemaligen Geliebten die Verlobungsanzeige mit Lina von Osten zugesandt, was jene bzw. ihr Vater mit einer Eingabe an die Marineleitung wegen des damit erfolgten &#8220;gebrochenen Hochzeitsversprechens&#8221; quittierten und zur Entlassung Heydrichs aus der Marine führte, aber nicht wegen des Umstandes der vorehelichen Beziehung an sich (wer hatte das nicht?), sondern wegen Heydrichs arrogantem Auftreten vor dem Marinegericht, in dem er seine Ex-Geliebte dermaßen anschwärzte und belastete, dass die Marineleitung die &#8220;Würde&#8221; der Seestreitkräfte verletzt sah. Der zweite Hinderungsgrund für die Ehe resultierte daraus: Heydrich hatte kein Geld. Der von der Schwiegerfamilie eingefädelte erste Job bei der NSDAP brachte auch zu wenig Geld für die Existenzsicherung, die Partei hatte 1931 noch nicht viele, gutdozierte Jobs zu vergeben.</p>
<p>Als Heydrich in diesem Jahr Heinrich Himmler vorgestellt wurde, beauftragte ihn dieser mit einer raschen Skizze für den Aufbau und die Organisation eines Nachrichtendienstes, eine Aufgabe, die er mit dem intellektuellen Rüstzeug seiner Lektüre von Kriminal- und Spionageromanen zu Himmlers bester Zufriedenheit erfüllte, da Himmler selbst keine solchen Romane gelesen hatte. Heydrich baute nun den Sicherheitsdienst der SS auf.</p>
<p>1933 änderte sich alles. Partei und SS hatten plötzlich legalen Zugang zur Macht. Die verschiedenen polizeiähnlichen Parteieinheiten wie Gestapo, SS und SD wurden allmählich mit der staatlichen Polizei verschmolzen, Reinhard Heydrich wurde zunächst stellvertretender Chef der bayrischen Polizei, durch seine und Himmlers sorgsame Machtpolitik bald zum Chef des preußischen Gestapa (Geheimes Staatspolizeiamt). Er zog nach Berlin und nahm einen seiner zuverlässigsten Beamten aus München mit, Josef Meisinger. Die Berliner Gestapo-Zentrale in der Prinz-Albrecht-Straße wurde unter Heydrich zur Zentrale des nationalsozialistischen Terrors, Meisinger baute darin die kleine Abteilung auf, die sich der Schwulenverfolgung (&#8220;Sonderdezernat II S Bekämpfung der Homosexualität und Abtreibung&#8221;) widmete.</p>
<div id="attachment_1591" class="wp-caption alignleft" style="width: 221px"><a href="http://www.qwien.at/wp-content/uploads/joseph-meisinger.jpg"><img class="size-medium wp-image-1591" title="joseph-meisinger" src="http://www.qwien.at/wp-content/uploads/joseph-meisinger-e1337089044528-211x300.jpg" alt="" width="211" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Josef Meisinger (c) Wikipedia</p></div>
<p>Beider Karrieren liefen blendend: Sie trugen die fingierten Beweise für den sogenannten &#8220;Röhm-Putsch&#8221; zusammen, mit dessen &#8220;Niederschlagung&#8221; die Führungselite der SA ermordet oder entmachtet wurde. 1939 werden auf Wunsch von Himmler und Heydrich der SD und die Sicherheitspolizei zum Reichssicherheitshauptamt fusioniert, als dessen Chef Heydrich installiert wird. Schon 1936 wurde Josef Meisinger zum Leiter der &#8220;Reichszentrale zur Bekämpfung der Homosexualität und Abtreibung&#8221;. Genau legt Robert Gerwarth dar, dass es sich bei Heydrich nicht um den ideologiefreien Karrieristen handelte, sondern dass seine Karriere zwar durchaus nicht ohne Ellbogen, aber auch nicht ohne ideologische Basis geschah. Ähnliches ist für seinen treuen Mitarbeiter Meisinger zu vermuten.</p>
<p>Ins Stolpern gerieten die geradlinigen Aufsteiger dann durch die Fritsch-Affäre: Werner von Fritsch, Oberbefehlshaber des Heeres, wurde der Homosexualität bezichtigt, Heydrich und Meisinger betrieben die Ablöse des auch bei Hitler in Ungnade gefallenen Militärs. Josef Meisinger fuhr sogar nach Ägypten, an den Ort, an dem von Fritsch Urlaub gemacht hatte, um Beweise für dessen Homosexualität zu finden. Von Fritsch wurde abgesetzt, Hitler hatte damit handstreichartig auch die Schaltstellen der militärischen Macht besetzt. Man wartete auf den Prozess.</p>
<p>Der sich als Untergang erwies. Die Anklage brach in sich zusammen, die Gestapo war blamiert, Heydrich hatte Angst vor dem Karriereknick. Und Josef Meisinger erlebte ihn. Er wurde strafversetzt ins Archiv des Hauptamtes des Sicherheitsdienstes (SD), wo er bis zum Überfall auf Polen blieb (Dort wird ihm später die Sicherheitspolizei für den Distrikt Warschau anvertraut, er verantwortet dort die brutalsten Ausschreitungen, Terrormaßnahmen und Massenerschießungen. 1945 wird er von den Alliierten verhaftet werden und 1947 vom Obersten Gerichtshof in Warschau zum Tode verurteilt werden). Am deutschen Überfall auf Polen war Heydrich bereits wieder federführend dabei, er inszenierte schon im Vorfeld einige der &#8220;Zwischenfälle&#8221;, die als polnische Provokationen den deutschen Einmarsch legitimeren sollten.</p>
<p>Zeitgleich machte Heydrich den Sicherheitsdienst zu einer Schlüsselinstitution der Judenverfolgung und Judenvernichtung: 1938 hatte er Adolf Eichmann nach Wien geschickt, um dort die &#8220;Zentralstelle für jüdische Auswanderung&#8221; einzurichten, sie wurde zum Vorbild für die im Januar 1939 eingerichtete &#8220;Reichszentrale für jüdische Auswanderung&#8221; in Berlin. Denn zunächst sollten die Juden durch ein System von Enteignung und Vertreibung aus dem Reich gedrängt werden. Bald wechselte die antijüdische Agenda aber von der Vertreibung zur Ermordung, Reinhard Heydrich organisierte und überwachte Massenerschießungs-Kommandos. Am 31. Juli 1941 wurde er von Hermann Göring beauftragt, alle erforderlichen Vorbereitungen für eine „Gesamtlösung der Judenfrage“ zu treffen, seien sie finanzieller, organisatorischer oder verwaltungstechnischer Natur, was ihn dazu veranlasste, die dafür erforderliche große Koordinations-Sitzung, die &#8220;Wannsee-Konferenz&#8221;, abzuhalten.</p>
<p>Er wurde am laufenden Band belohnt: 1941 wurde er zusätzlich zu seinen polizeilichen Leitungsfunktion zum stellvertretenden &#8220;Reichsprotektor für Böhmen und Mähren&#8221; ernannt. Dort &#8220;arisierte&#8221; er ein Landgut, das dem österreichischen Zuckerfabrikanten Ferdinand Bloch-Bauer und seiner Frau Adele (heute weltberühmt, da von Klimt als &#8220;Goldene Adele&#8221; verewigt) gehörte. Wieder errichtete Heydrich ein System drakonischer Brutalität und Willkür, für die ansässigen Juden ließ er das KZ Theresienstadt errichten. Er war am Zenit seiner Macht.</p>
<p><a href="http://www.qwien.at/wp-content/uploads/Heydrich-Cover.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-1592" title="Heydrich Cover" src="http://www.qwien.at/wp-content/uploads/Heydrich-Cover-197x300.jpg" alt="" width="197" height="300" /></a>Der tschechische Widerstand, vor allem die tschechische Exil-Regierung in London, wussten, dass sie von den führenden Nationalsozialisten noch am ehesten Heydrich erwischen würden. Er fuhr täglich vom Hradschin in die Prager Innenstadt eine kurze Strecke im Cabrio, auf der er so gut wie ungesichert war. Die Attentäter Jozef Gabčík und Jan Kubiš warteten an einer Haarnadelkurve und verletzten Heydrich lebensgefährlich, er starb eine Woche später an den Folgen der Verletzung.</p>
<p>Die Vergeltung der deutschen Besetzer für das Attentat auf Heydrich war entsetzlich. Man unterstellte den Dörfern Lidice und Ležáky, die Täter beherbergt zu haben (was sich später als falsch herausstellte), und zerstörte sie vollends. Die Männer der Dörfer wurden getötet, die Frauen in Lager verschleppt, die Kinder entweder vergast oder in deutsche &#8220;Lebensborn&#8221;-Heime verbracht. Sogar Heydrichs Tod hinterließ die Blutspuren Hunderter Unschuldiger.</p>
<p><strong>Robert Gerwarth: Reinhard Heydrich. Biographie. München: Siedler 2011, € 30,90</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.qwien.at/?feed=rss2&#038;p=1588</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Call bis 3.6. &#8220;Feminismen leben&#8221; für die FrauenSommerUniversität Wien 19.-22.9.2012</title>
		<link>http://www.qwien.at/?p=1586</link>
		<comments>http://www.qwien.at/?p=1586#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 15 May 2012 09:18:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sara Ablinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[QWIEN kultur]]></category>
		<category><![CDATA[QWIEN tipp]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.qwien.at/?p=1586</guid>
		<description><![CDATA[FrauenSommerUniversität Wien (19. bis 22. September 2012)
Der Call läuft noch bis zum 3.6.2012 &#8211; Wir freuen uns auf eure Beiträge!





Feminismen leben
Den Feminismus gibt es nicht. So vielfältig wie die Lebensrealitäten von Frauen sind auch feministische ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>FrauenSommerUniversität Wien (19. bis 22. September 2012)</p>
<p>Der Call läuft noch bis zum 3.6.2012 &#8211; Wir freuen uns auf eure Beiträge!</p>
<div>
<div>
<div>
<div>
<div>
Feminismen leben</p>
<p>Den Feminismus gibt es nicht. So vielfältig wie die Lebensrealitäten von Frauen sind auch feministische Strömungen. Feminismen sind nicht nur theoretische Konzepte – sie sind Ausgangspunkte für politische Bewegungen und werden von Feminist*innen im Alltag gelebt.<br />
Im Rahmen der FrauenSommerUniversität 2012 in Wien möchten wir uns mit dieser feministischen Praxis auseinandersetzen und rufen euch dazu auf, uns eure Ideen zum Thema „Feminismen leben“ zu schicken.</p>
<p>Frauenuniversitäten haben in Österreich eine lange Tradition, wurden 2007 wiederbelebt und finden seither jährlich in einem anderen Bundesland statt. Die Frauenuniversität schafft Räume, um sich auszutauschen, zu diskutieren, sich zu vernetzen und frauenpolitisch aktiv zu werden. Alle FrauenLesbenInterTranspersonen jeden Alters, jeder Bildung, jeder Herkunft und jeder sexuellen Orientierung sind dazu eingeladen, einen Vortrag zu halten, einen Workshop oder eine künstlerische / politische Aktion zu gestalten, eine Diskussion zu leiten – oder sich in ganz anderer Form einzubringen.</p>
<p>Feminismen leben – Themenbereiche</p>
<p>1. Alltagsfeminismus<br />
Kinder feministisch erziehen, eine feministische Partner_innenschaft leben, sich rassistischer und (hetero-)sexistischer Diskriminierung im Alltag entgegenstellen, feministisch einkaufen…? Feminismen finden auch außerhalb von Hörsälen und FrauenLesbendemonstrationen statt: Wir möchten wissen, wie ihr Feminismus im Alltag lebt und welche Herausforderungen sich dabei für euch ergeben! Nachahmung erwünscht!?</p>
<p>2. Jeder Generation ihren eigenen Feminismus!?<br />
2. Welle, 3. Welle – der Generationenkonflikt der Feministinnen* wird (zumindest medial) seit einigen Jahren diskutiert. Gibt es einen solchen Konflikt tatsächlich? Hat jede „Generation“ ihren Kampf zu führen und benötigt so auch ihren eigenen Feminismus? Verlaufen Konfliktlinien auf gänzlich anderen Ebenen? Wirken solche Konflikte produktiv oder schaden sie der FrauenLesbenbewegung? Eure Positionen sind gefragt!</p>
<p>3. Verhandlungen von Feminismen und Antifeminismen im Netz<br />
Das Internet schafft (virtuelle) feministische Räume: Auch im deutschsprachigen Raum gibt es mittlerweile zahlreiche feministische Weblogs, in sozialen Netzwerken findet der feministische Austausch über nationale Grenzen hinweg statt. Zugleich hat sich das Netz aber auch zum Treffpunkt für Männerrechtler*innen und Antifeminist*innen entwickelt: In feministischen Foren werden Diskussionen verunmöglicht, Drohungen und Beschimpfen stehen auf der Tagesordnung. Wir interessieren uns für eure Ideen und Strategien: Wie geht ihr mit dieser Situation um? Welche Bedeutung hat das Internet für eure feministische Lebenspraxis?</p>
<p>4. Feminismen in Theorie und Praxis<br />
Die Diskussion um das Verhältnis von feministischer Theorie und Praxis begleitet die feministische Bewegung seit vielen Jahrzehnten. Welche Bedeutung hat die Theorie-Praxis-Schere für die vielfältigen feministischen Strömungen? Wie viel Vielfalt verträgt Feminismus? Wie verläuft eine Kommunikation von feministischer Wissenschaft und findet sie überhaupt statt? Wird feministische Wissenschaft von den „Gender Studies“ abgelöst? Oder sind „Gender Studies“ und „Queer Theory“ nur neue Labels für bestehende Diskurse. Lasst uns gemeinsam Theorie und Praxis verbinden!</p>
<p>5. FSU in Action!<br />
Feministischer Aktionismus im öffentlichen Raum hat vielfältige Formen angenommen: Flashmobs, Guerilla Knitting, Adbusting – wir möchten bei der FrauenSommerUniversität in Wien eure Kreativität nutzen, Handlungsanleitungen entwerfen und selbst aktiv werden! Eure Ideen sind gefragt!</p>
<p>Eure Beiträge</p>
<p>Was die Form eurer Beiträge betrifft, möchten wir euch möglichst wenig einschränken. Ob ihr einen klassischen Vortrag halten und eure Forschungsergebnisse präsentieren möchtet oder andere für einen Projektentwurf, eine künstlerische Aktion oder eine Diskussion begeistern möchtet – die FrauenSommerUniversität bietet Raum für eure Ideen. Wir bitten euch um eine kurze Beschreibung (ca. eine A4 Seite) eures Vorhabens und welche Räumlichkeiten und welches Material ihr dazu benötigt.</p>
<p>Wir sind bemüht, genügend Fördermittel zu gewinnen, um eure Beiträge angemessen zu honorieren, können das aber im Moment noch nicht zusagen. Wir werden auf jeden Fall eventuelle Fahrt-, Übernachtungs- und Materialkosten übernehmen.</p>
<p>Bitte schickt uns eure Ideen bis spätestens 03.06.2012 am besten per E-Mail an:<a href="https://service.gmx.net/de/cgi/g.fcgi/mail/new?CUSTOMERNO=16078578&amp;t=de996942414.1337073366.5054dc58&amp;to=fsu.wien%40gmail.com">fsu.wien@gmail.com</a><br />
Wir werden uns anschließend alle Einreichungen ansehen und euch so bald als möglich über unsere Entscheidung informieren. Wir freuen uns auf eure Beiträge!</p>
<p>Das Orga-Team der FrauenSommerUniversität Wien</p>
<p>Frauensommeruni Wien 2012<br />
<a href="https://service.gmx.net/de/cgi/derefer?TYPE=3&amp;DEST=http%3A%2F%2Fwww.frauenuni.net" target="_blank">www.frauenuni.net</a><br />
Wir sind auch auf facebook vertreten!<br />
Verein Freund_innen der Frauenuniversität Wien<br />
ZVR-Zahl: 539915676</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.qwien.at/?feed=rss2&#038;p=1586</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>1. Vorbereitungstreffen zur Budapest Pride 2012</title>
		<link>http://www.qwien.at/?p=1561</link>
		<comments>http://www.qwien.at/?p=1561#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 10 May 2012 11:12:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sara Ablinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[QWIEN]]></category>
		<category><![CDATA[QWIEN tipp]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.qwien.at/?p=1561</guid>
		<description><![CDATA[

http://radicalqueer.blogsport.eu/
 1. Vorbereitungstreffen zur Budapest Pride 2012
Dienstag, 15. Mai 2012, 19 Uhr
W23, Wipplingerstraße 23, 1010 Wien

&#8220;Auch heuer ist wieder angedacht, Busse von Wien nach Budapest zu 
organisieren, um Menschen aus Wien/Österreich die Teilnahme an der 
Budapest ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://radicalqueer.blogsport.eu/" target="_blank"><br />
</a></p>
<p><a href="http://radicalqueer.blogsport.eu/" target="_blank">http://radicalqueer.blogsport.eu/</a></p>
<p><strong> 1. Vorbereitungstreffen zur Budapest Pride 2012</strong><br />
<strong>Dienstag, 15. Mai 2012, 19 Uhr</strong><br />
<strong>W23, Wipplingerstraße 23, 1010 Wien</strong></p>
<p><a href="http://www.qwien.at/wp-content/uploads/budapest-pride.png"><img class="alignleft size-full wp-image-1571" src="http://www.qwien.at/wp-content/uploads/budapest-pride.png" alt="" width="300" height="213" /></a></p>
<p><em>&#8220;Auch heuer ist wieder angedacht, Busse von Wien nach Budapest zu </em><br />
<em>organisieren, um Menschen aus Wien/Österreich die Teilnahme an der </em><br />
<em>Budapest Pride zu erleichtern und die Aufmerksamkeit dafür zu stärken. </em><br />
<em>Für den 7. Juli angekündigt, wurde die Pride anfänglich von der Polizei </em><br />
<em>mit schaler Begründung untersagt, das Verbot allerdings vom Gericht </em><br />
<em>wieder aufgehoben.</em></p>
<p><em>Wir rechnen damit, dass sie trotz Schikanen und repressiver Stimmung </em><em>stattfinden wird und planen deshalb ein erstes Vorbereitungstreffen </em><em>Mitte Mai, zu dem du/ihr herzlich eingeladen bist/seid. Die Pride Parade</em><em> in Budapest ist bei dem Treffen zwar der Dreh- und Angelpunkt, es soll </em><em>aber durchaus auch den Raum bieten, sich weitere themenbezogene- und </em><em>verwandte Veranstaltungen zu überlegen. Ideen willkommen, aber kein Muss .&#8221;</em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.qwien.at/?feed=rss2&#038;p=1561</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Eva Kollisch erhält den Theodor Kramer Preis 2012</title>
		<link>http://www.qwien.at/?p=1558</link>
		<comments>http://www.qwien.at/?p=1558#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 10 May 2012 11:09:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Brunner</dc:creator>
				<category><![CDATA[QWIEN books]]></category>
		<category><![CDATA[QWIEN tipp]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.qwien.at/?p=1558</guid>
		<description><![CDATA[Die renommierte feministische Autorin und Aktivistin Eva Kollisch erhält den diesjährigen Theodor Kramer Preis für Schreiben im Widerstand und im Exil.
Vierzehnjährig wurde Eva Kollisch im Juli 1939 mit einem Kindertransport nach Großbritannien gerettet, von wo ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Die renommierte feministische Autorin und Aktivistin Eva Kollisch erhält den diesjährigen </strong></em><strong>Theodor Kramer Preis für Schreiben im Widerstand und im Exil</strong><em><strong>.</strong></em></p>
<div id="attachment_1567" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.qwien.at/wp-content/uploads/kollisch_czernin.jpg"><img class="size-medium wp-image-1567" title="kollisch_czernin" src="http://www.qwien.at/wp-content/uploads/kollisch_czernin-300x196.jpg" alt="" width="300" height="196" /></a><p class="wp-caption-text">(c) Czernin Verlag</p></div>
<p>Vierzehnjährig wurde Eva Kollisch im Juli 1939 mit einem Kindertransport nach Großbritannien gerettet, von wo sie weiter in die USA ging, die bis heute ihre Heimat sind. Teil der Bohème von Greenwich Village im New York der 1950er Jahre engagierte sie sich schon früh für die Rechte von Frauen, von Schwulen und Lesben und kämpfte in der amerikanischen Menschenrechts- und Friedensbewegung. Als Germanistin und Literaturwissenschaftlerin engagierte sie sich für Frauenforschung an den Universitäten. Seit 2010 ist sie mit ihrer langjährigen Lebensgefährtin, der Dichterin Naomi Replansky, verheiratet.</p>
<p>Autobiografische Texte von Eva Kollisch sind bei <a href="http://www.picus.at/4DCGI/moreinfo/s=DD0A35AC0628435FB7F2CA4B060505787BB03F58/l=1/24317/x=0/w=0/c=25/sc=49/p=67110117">Picus </a>und im <a href="http://www.czernin-verlag.com/buch/der-boden-unter-meinen-fusen">Czernin Verlag</a> erschienen.</p>
<p>Eva Kollisch ist anlässlich der Preisverleihung auf Lesereise durch Österreich. Alle Termine auf der Website der <a href="http://www.theodorkramer.at/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=113&amp;Itemid=116">Theodor Kramer Gesellschaft</a>. In Wien liest Eva Kollisch am</p>
<p><strong>Mittwoch 30. Mai, 19.30 Uhr</strong></p>
<p><strong>Psychosoziales Zentrum ESRA, Tempelgasse 5, 1020 Wien</strong></p>
<p>Amtlichen Lichtbildausweis mitnehmen! Anmeldung erwünscht: office@esra.at</p>
<p><strong>Einleitung und Gespräch:</strong> Vladimir Vertlieb</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.qwien.at/?feed=rss2&#038;p=1558</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Klitoris. Die unbekannte Schöne</title>
		<link>http://www.qwien.at/?p=1548</link>
		<comments>http://www.qwien.at/?p=1548#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 10 May 2012 10:48:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sara Ablinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[QWIEN]]></category>
		<category><![CDATA[QWIEN books]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.qwien.at/?p=1548</guid>
		<description><![CDATA[Rebecca Chalker hat eine lesenswertes Buch über die Klitoris geschrieben.
Der erste Blick auf´s Buch und ich dachte &#8220;och schon wieder ein Buch über die Klitoris!&#8221;  Was hab ich mir nur gedacht! Erstens: es gibt noch ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Rebecca Chalker hat eine lesenswertes Buch über die Klitoris geschrieben.</strong></em></p>
<p>Der erste Blick auf´s Buch und ich dachte &#8220;och schon wieder ein Buch über die Klitoris!&#8221;  Was hab ich mir nur gedacht! Erstens: es gibt noch lange nicht genug und schon gar nicht gute Bücher zu dem Thema, zweitens: es ist keine Abwandlung der <a href="http://www.arte.tv/de/387780,CmC=387788.html" target="_blank">Dokumentation &#8220;Klitoris, die schöne Unbekannte&#8221; </a>und anderer bereits bestehender Literatur.</p>
<p><a href="http://www.qwien.at/wp-content/uploads/Klitoris.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1562" src="http://www.qwien.at/wp-content/uploads/Klitoris-e1336647770120.jpg" alt="" width="194" height="297" /></a>Das Vorwort von Mithu M. Sanyal hat mich in den Bann gezogen  und sprach mir aus der Seele.  Mithu M. Sanyals Buch &#8220;<em>Vulva &#8211; die Enthüllung des unsichtbaren Geschlechts</em>&#8221; von 2009 steht seit seiner Erscheinung in meinem Bücherregal und zählt zu meinen Lieblingsbüchern. Dass Mithu M. Sanyal daher das Vorwort schrieb, war schon mal das erste Qualitätsmerkmal für mich, da mir die Autorin Rebecca Chalker bisher unbekannt war. In ihrem Vorwort schreibt Sanyal von ihren Kindheitserinnerungen an das Buch ihrer Mutter &#8220;Unser Körper &#8211; Unser Leben, Band I&#8221; und das damit geweckte Interesse am Körper und an der Sexualität. Genauso war es bei mir. Dieses Buch, das<em> von Frauen für Frauen geschrieben</em> wurde, war in meiner Kindheit am Land &#8211; fernab von den Feministinnen und Lesben, mit denen ich meine frühen Jahre verbracht habe &#8211; die Brücke zur Frauenbewegung, die irgendwo draußen in der Welt, aber nicht in meinem Umfeld stattfand. Meine Mama sprach mit strahlenden Augen vom Lila Mond, dem Lesbenkindergarten, der Rosa Lila Villa und dem FZ und es erschien mir wie Geschichten von starken Frauen aus einer anderen Welt,  die ich irgendwann suchen und finden würde. Aber zurück zum eigentlichen Buch.</p>
<p>Dieses Buch ist queer-feministisch,  vielseitig recherchiert und so spannend wie ein packender Roman geschrieben und enthält persönliche Berichte (Anm.: erinnert mich ein bisschen an Nancy Fridays Bücher Erfahrungsberichte und Briefe zwischen ihre Analysen und die Publikation der Fantasien zu schieben). Die Autorin verwendet den von mir hochgelobten Gender-Gap, den Unterstrich, der alle Identitäten inner- und außerhalb der Genderbinarität symbolisieren soll: ein weiteres Qualitätsmerkmal für mich. Denn so sehr mich der 2.Welle-Feminismus geprägt und gestärkt hat, so sehr lehne ich die Transphobie in Frauenräumen wie dem FZ ab. Das Schöne an diesem Buch ist, dass sich hier verschiedene Strömungen vereinen: Feminismus und Queerness führen Hand in Hand durch die Kulturgeschichte tabuisierter Frauen_körper und -sexualität.</p>
<p><em>&#8220;Die Klitoris hat ebenfalls eine Eichel (Glans clitoridis)- die überaus sensible Perle, die fraglos das Kronjuwel des klitoralen Systems darstellt. Allerdings bietet die weibliche Eichel einen überraschenden und beglückenden Unterschied: Sie hat zwischen 6000 und 8000 Nervenendungen, mehr als jeder andere Teil des &#8211; männlichen oder weiblichen &#8211; menschlichen Körpers und einer Schätzung zufolge etwa viermal so viele wie die Eichel des Penis. Dieser hypersensible Knotenpunkt hat nur einen Zweck: Lust. [...] Eine der wichtigen Korrekturen, die die feministischen Frauengesundheitszentren an der traditionellen Definition der Klitoris vornahmen, war die Änderung der Bezeichnung der großen Schamlippen (Labia majora) und der kleinen Schamlippen (Labia minora) in äußere und innere Lippen [...]&#8220;</em> S.50.</p>
<p>Mehr noch, meine Atemlehrerin <a href="http://www.atman.at/cms/de/berufsvereinigung/mitglieder/5-mitglieder-der-berufsvereinigung/4-waltraud-degen" target="_blank">Mag.a Waltraud Degen</a> machte mich in ihren Frauen-Heil-Seminaren mit dem Begriff Charme-Lippen statt Schamlippen vertraut (sie selbst kennt es von Renu Li, einer Schülerin von Mantak Chia) und rehabilitiert sie mit diesem liebevollen Wortspiel.</p>
<p>Das Kapitel &#8220;Jenseits des Geschlechtsverkehrs&#8221; versucht damit eine neue Zeit einzuläuten: eine Zeit, in der Sex nicht mehr vaginale Penetration bedeutet. Gut, diese Zeit ist eigentlich schon vor längerer Zeit angebrochen, aber es kommt mir mehr wie die Lehre einer Geheimgesellschaft vor. Betty Dodson, die berühmte 83jährige Sexpertin und Künstlerin, und gleichsam die Königin des klitoralen Lobpreises (und auch eine meiner Heroinen), predigt seit Jahrzehnten mit dem Slogan<a href="http://dodsonandross.com/" target="_blank"> &#8220;Better Orgasms. Better World&#8221;</a> für ein Umdenken der Körper- und Sexualitätsnormen.</p>
<p>Es wird Zeit, dass alle Menschen in allen geschlechtsidentifikatorischen und sexuellen Nuancen dieses Buch lesen. auch die, die keine Klitoris haben! Denn die Tabuisierung des weiblichen* Körpers  ist ein Teil patriarchaler Kulturgeschichte und ihrer Privilegien,  die es aufzurütteln gilt.</p>
<p>Chalker, Rebecca. Klitoris. Die unbekannte Schöne. Berlin: Orlanda Frauenverlag 2012 (erhältlich bei <a href="http://www.loewenherz.at/index_lw_nr.php?LWNR=8538">Löwenherz</a>)</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.qwien.at/?feed=rss2&#038;p=1548</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Verfolgung von Homosexuellen am Beispiel Oberösterreich in der NS-Zeit</title>
		<link>http://www.qwien.at/?p=1536</link>
		<comments>http://www.qwien.at/?p=1536#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 10 May 2012 10:07:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Brunner</dc:creator>
				<category><![CDATA[QWIEN tipp]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.qwien.at/?p=1536</guid>
		<description><![CDATA[Vorlesung von Albert Knoll im Rahmen der Ringvorlesung Frauen- und Geschlechtergeschichte des Nationalsozialismus an der Universität Wien
Albert Knoll, Leiter des Archivs der KZ-Gedenkstätte Dachau, ist ein ausgewiesener Experte, schon seit mehr als einem Jahrzehnt forscht ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Vorlesung von Albert Knoll im Rahmen der Ringvorlesung </strong></em><strong>Frauen- und Geschlechtergeschichte des Nationalsozialismus</strong><em><strong> an der Universität Wien</strong></em></p>
<div id="attachment_1537" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://www.qwien.at/wp-content/uploads/Albert-Knoll.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-1537" title="Albert Knoll" src="http://www.qwien.at/wp-content/uploads/Albert-Knoll-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Albert Knoll bei der Verleihung des G.A.L.A. Awards der HOSI Linz 2005</p></div>
<p>Albert Knoll, Leiter des Archivs der KZ-Gedenkstätte Dachau, ist ein ausgewiesener Experte, schon seit mehr als einem Jahrzehnt forscht und publiziert er insbesondere zur Verfolgung von Schwulen und Lesben in der NS-Zeit. Seine Forschungen über die Verfolgung schwuler Männer in Oberösterreich gehört zu den wenigen aber bahnbrechenden Studien über dieses Thema in Österreich. Anhand des in Oberösterreich erhaltenen Aktenmaterials rekonstruiert er einen Teil der NS-Geschichte, der hierzulande nach wie vor nur mangelhaft erforscht ist, und zeigt anhand einzelner Schicksale, wie und unter welchen Voraussetzungen die NS-Behörden gegen Homosexuelle vorgingen.</p>
<p><strong>Donnerstag 24. Mai, 9:45-11:15</strong></p>
<p><strong>NIG, Hörsaal III (EG), Universitätsstraße 7, 1010 Wien</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.qwien.at/?feed=rss2&#038;p=1536</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Ich kann mich erinnern&#8230;</title>
		<link>http://www.qwien.at/?p=1525</link>
		<comments>http://www.qwien.at/?p=1525#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 09 May 2012 12:21:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Brunner</dc:creator>
				<category><![CDATA[QWIEN]]></category>
		<category><![CDATA[QWIEN friends]]></category>
		<category><![CDATA[QWIEN tipp]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.qwien.at/?p=1525</guid>
		<description><![CDATA[Auf dem Straßenfest andersrum ist nicht verkehrt in Mariahilf 2012 stellt Zentrum QWIEN ein neues Projekt vor: Ich kann mich erinnern&#8230;
Lesbisch/schwule Geschichte spielte sich weitgehend im Verborgenen ab. Wir von QWIEN aber auch WissenschaftlerInnen, KuratorInnen ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Auf dem Straßenfest </em>andersrum ist nicht verkehrt in Mariahilf 2012<em> stellt Zentrum QWIEN ein neues Projekt vor: </em>Ich kann mich erinnern&#8230;</strong></p>
<p><a href="http://www.qwien.at/wp-content/uploads/Mariahilf.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1527" title="Mariahilf" src="http://www.qwien.at/wp-content/uploads/Mariahilf.jpg" alt="" width="180" height="254" /></a>Lesbisch/schwule Geschichte spielte sich weitgehend im Verborgenen ab. Wir von QWIEN aber auch WissenschaftlerInnen, KuratorInnen oder FilmemacherInnen suchen heute ihre Spuren. Dafür sind wir jedoch auf Erinnerungen angewiesen, seien es ganze Lebensgeschichten, seien es einzelne Begebenheiten aus dem eigenen Leben, die uns helfen, historische Zusammenhänge richtig einzuordnen und zu verstehen. Teilen sie uns doch eine Erinnerung mit, sei es das Coming-Out, der erste Lokalbesuch, eine besondere Begebenheit im Zusammenhang mit lesbisch/schwuler Geschichte. Das geht namentlich oder anonym oder auch mit einer Sperrfrist der Weitergabe von mehreren Jahrzehnten. Wichtig ist uns, dass die Geschichte(n) aufbewahrt werden, damit die lesbisch/schwule Geschichtslosigkeit wenigstens keine Zukunft hat.</p>
<p>Besuchen Sie uns am Straßenfest am 2. Juni in der Otto Bauer Gasse zwischen 13.00 und 19.00 Uhr.</p>
<p>Eine die Facebookseite <a href="http://www.facebook.com/pages/andersrum-ist-nicht-verkehrt-in-Mariahilf/113999208684864">andersrum ist nicht verkehrt in Mariahilf</a> informiert über das vielfältige Kulturprogramm, eigene Trailer von <a href="http://www.facebook.com/gayinfovienna">gay.info.wien</a> stellen alle teilnehmenden Initiativen, wie auch <a href="http://www.youtube.com/watch?v=zmkiOwoz1Xo&amp;list=UUpW9p33fGJSIgKquVTduhoQ&amp;index=7&amp;feature=plcp">QWIEN</a>, vor.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.qwien.at/?feed=rss2&#038;p=1525</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Von lesbischen Vampirinnen und schwulen Fundstücken</title>
		<link>http://www.qwien.at/?p=1512</link>
		<comments>http://www.qwien.at/?p=1512#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 09 May 2012 11:06:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Brunner</dc:creator>
				<category><![CDATA[QWIEN]]></category>
		<category><![CDATA[QWIEN books]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.qwien.at/?p=1512</guid>
		<description><![CDATA[Über Carmilla, eine &#8220;lesbische&#8221; Vampirin, die zum Vorbild für Bram Stokers Dracula wurde und über zwei neue Bände der schon klassischen Bibliothek rosa Winkel.
Gerade rechtzeitig zum 100. Todestag von Dracula-Erfinder Bram Stoker veröffentlichte der kleine ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Über </em>Carmilla<em>, eine &#8220;lesbische&#8221; Vampirin, die zum Vorbild für Bram Stokers </em>Dracula<em> wurde und über zwei neue Bände der schon klassischen </em>Bibliothek rosa Winkel<em>.</em></p>
<p><a href="http://www.qwien.at/wp-content/uploads/Carmilla.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1518" title="Carmilla" src="http://www.qwien.at/wp-content/uploads/Carmilla-e1336561425526.jpg" alt="" width="197" height="289" /></a>Gerade rechtzeitig zum 100. Todestag von Dracula-Erfinder Bram Stoker veröffentlichte der kleine Wiener <em>Zaglossus Verlag</em> eine Neuübersetzung von <em>Carmilla</em> des englischen Autors Joseph Sheridan Le Fanu. In einem einsam gelegenen Schloss in der Steiermark lebt ein englischer Adeliger mit seiner 18-jährigen Tochter Laura, die unter dem eintönigen Schlossleben leidet, bis ihr der Unfall einer Kutsche eine gleichaltrige Freundin beschert. Da ihre Mutter vorgibt, ihre Reise unbedingt fortsetzen zu müssen, verbleibt Carmilla für geplante drei Monate in der Obhut der Familie. Ein eigenartiges Mädchen, das sich Laura zärtlich nähert.</p>
<p>Das ist es aber auch schon bei Le Fanu, der in den Konventionen des 19. Jahrhunderts erzählt (man darf sich also keine direkt lesbische Liebesgeschichte erwarten, wie auch Erzählduktus und Sprache die Entstehungszeit wiederspiegeln), obwohl sich der Autor des Skandalpotentials seiner Geschichte durchaus bewusst ist. In einem Prolog spricht er vom &#8220;seltsamen Thema&#8221; der Erzählung, das &#8220;nicht unwahrscheinlich manche der obskursten Geheimnisse unserer dualistischen Existenz und ihrer Zwischenräume enthält&#8221;. Für 1872, das Jahr der Veröffentlichung, eine recht deutliche Anspielung auf Vorstellungen der Sexualwissenschaft seiner Zeit.</p>
<p>Und natürlich ist es auch kein positives Bild, das Le Fanu von diesem Begehren (ich nenne es bewusst nicht lesbisch) zeichnet, wenn er dieses mit der untoten (unchristlichen) Existenz der Vampirin verknüpft, wie die Übersetzerin Katja Langmaier in ihrem informativen Nachwort erläutert. Langmayers kritischer aber interessierter Blick auf diesen historischen Text mit all seinen Schwächen unterstützt dessen Lektüre, hilft Anspielungen mit Bedeutung zu füllen und den Text in einen historischen Kontext zu stellen, der weit über die gerade jetzt zum 100. Todestag von Bram Stoker oft erwähnte Vorbildwirkung für <em>Dracula</em> hinausreicht.<a href="http://www.qwien.at/wp-content/uploads/Homunkulus.jpg"><img class="size-medium wp-image-1519 alignright" title="BrW_Bd61_Cover" src="http://www.qwien.at/wp-content/uploads/Homunkulus-192x300.jpg" alt="" width="192" height="300" /></a></p>
<p>Zwei historische Wiederentdeckungen werden auch in der von Wolfram Setz betreuten <em>Bibliothek rosa Winkel</em> vorgestellt. <em>Zwischen den Geschlechtern</em>, eine schwule Erpressergeschichte mit dem pathetischen Untertitel <em>Roman einer geächteten Leidenschaft</em>, erschien unter dem Pseudonym Homunkulus, der gemeinhin mit dem Wiener Humoristen Robert Weil identifiziert wird. Allerdings fälschlicherweise, wie Wolfram Setz und Albert Knoll in ihrem Nachwort überzeugend nachweisen, ohne dabei aber einen Ersatzautor ausfindig zu machen, der eben das gleiche Pseudonym wie Weil verwendete. Dieser Homunkulus dürfte jedenfalls gute Informationen über die Münchner Szene zur Zeit der Romanhandlung gehabt haben, weshalb dem Roman Texte über das schwule München aus dem ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts beigegeben sind, die eine ideale Ergänzung zum manchmal doch etwas holzschnitthaften Roman bilden. Der Roman von Homunkulus ist heute vor allem ein Dokument unserer Geschichte, weil er Stimmungen einer längst vergangenen Zeit einfängt und so einen Subtext zu historischen Dokumenten und Texten herstellt.</p>
<p><a href="http://www.qwien.at/wp-content/uploads/Radszuweit.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-1520" title="BrW_Bd60_Titel_neu" src="http://www.qwien.at/wp-content/uploads/Radszuweit-192x300.jpg" alt="" width="192" height="300" /></a>Dokumentarischen Charakter gibt Friedrich Radszuweit in <em>Männer zu verkaufen</em> gleich selbst vor. Marktschreierisch nennt er seine Erpressergeschichte (ja schon wieder, was aber auch zeigt, welch dominante Stellung Erpressung im Leben homosexueller Männer hatte) einen <em>Wirklichkeitsroman aus der Welt der männlichen Erpresser und Prostituierten</em>. Mit seinem in mehreren Auflagen erschienenen Berliner Großstadtroman verfolgte Radszuweit aber auch politische Ziele, wie Jens Dobler im Nachwort erläutert. Als Zeitschriftenverleger dominierte Radszuweit einige Jahre den schwulen und lesbischen Markt und machte auch als Aktivist mit seinem <em>Bund für Menschenrecht</em> von sich reden, wobei beide Tätigkeiten und die damit verbundenen Interessen nicht immer voneinander zu trennen sind. Die Anbiederung an die politisch erstarkenden Nationalsozialisten endete bald mit dem Tod Radszuweits im Jahr 1932. Das Leben des Autors ist in diesem Fall fast so schillernd wie die von ihm geschilderte Szene.</p>
<p><strong>Joseph Sheridan Le Fanu: Carmilla. Übersetzung und Nachwort Katja Langmaier. Wien: Zaglossus Verlag 2011 (erhältlich bei <a href="http://www.loewenherz.at/index_lw_nr.php?LWNR=8220">Löwenherz</a>)<br />
</strong></p>
<p><strong>Homunkulus: Zwischen den Geschlechtern. Mit einem Nachwort von Wolfram Setz und Albert Knoll. Hamburg: Männerschwarm Verlag 2012 (Bibliothek rosa Winkel, Band 60) (erhältlich bei <a href="http://www.loewenherz.at/index_lw_nr.php?LWNR=8459">Löwenherz</a>)<br />
</strong></p>
<p><strong>Friedrich Radszuweit: Männer zu verkaufen. Mit einem Nachwort von Jens Dobler. Hamburg: Männerschwarm Verlag 2012 (Bibliothek rosa Winkel, Band 61) (erhältlich bei <a href="http://www.loewenherz.at/index_lw_nr.php?LWNR=8458">Löwenherz</a>)<br />
</strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.qwien.at/?feed=rss2&#038;p=1512</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

