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Sex in Wien. Lust. Kontrolle. Ungehorsam

Verfasst von am 12. September 2016 – 13:02Kein Kommentar

Ab 15. September zeigt das Wienmuseum am Karlsplatz die Ausstellung Sex in Wien, die in Kooperation mit QWIEN entstanden ist.

Wien, das im 19. und 20. Jahrhundert zur Metropole wurde, etablierte sich auch als Zentrum des modernen Sexualitätsdiskurses von Krafft-Ebing bis zur Psychoanalyse. Gleichzeitig unterlag (und unterliegt) die sexuelle Praxis seiner Bewohner_innen einer Vielzahl von Restriktionen. Doch alle Verbote brachten wenig, die Lust der Menschen hat sich immer einen Weg gebahnt, wie der Untertitel Lust. Kontrolle. Ungehorsam verdeutlichen soll. In diesem Spannungsfeld von Definitionsmacht, ob es sich dabei um Kirchen, den Staat, die Wissenschaften oder Medien und Kunst handelte, und der unkontrollierbar ausgelebten Sexualität steht die gesamte Ausstellung.

plakat_sex_in_wien_sujet02Der Diskurs über Sexualität ist im 19. und in weiten Teilen des 20. Jahrhunderts das Herrschaftsinstrument schlechthin und bestimmt die persönlichen Beziehungen aller Menschen. Wer darf überhaupt mit wem Sex haben? Und wenn ja zu welchem Zweck? Zum Vergnügen sicher nicht: Erlaubter sexueller Verkehr zwischen Mann und Frau ist ausschließlich auf die Ehe eingeschränkt und darf auch nur zum Zwecke der Fortpflanzung ausgeübt werden. Alle anderen Beziehungen waren verpönt und verboten oder wurden wie Homosexualität strafrechtlich verfolgt. In der Ausstellung wird den Herrschaftsdiskursen die subversive sexuelle Lust in ihren vielfältigen Praktiken gegenübergestellt und auch der Kampf gegen die sexuelle Unterdrückung thematisiert.

Sie folgt dabei dem Verlauf des Geschlechtsakts, von der Anbahnung, über den Sex selbst bis zur Zigarette danach und den möglichen Folgen einer sexuellen Begegnung. Noch nie hatte das Wienmuseum bei einer Ausstellung dieser Größenordnung so viele Leihgeber_innen, wie bei Sex in Wien. Neben öffentlichen Archiven und Bibliotheken, wie etwa der Wienbibliothek, aus deren umfangreichen Erotica-Sammlung viele spannende Ausstellungsobjekte kommen, sind viele Ausstellungsstücke aus kleineren Archiven wie dem Stichwort oder von QWIEN und vor allem von vielen privaten Leihgeber_innen. Wir freuen uns besonders, dass viele Künstler_innen uns Werke anvertraut haben oder spezielle Arbeiten für uns gestaltet haben. Zu diesen zählen Krista Beinstein, Valie EXPORT, Martin Frey, Uli Gladnik, Pez Hejduk, Matthias Herrmann, Bernadette Huber, Mario Kiesenhofer, Klaus Pichler, Didi Sattmann, Hans Scheugl, Gregor Schmidinger, Michaela Spiegel und Gabriele Szekatsch.

plakat_sex_in_wien_sujet01Weit über ein Jahr lang arbeiteten wir, Andreas Brunner und Hannes Sulzenbacher als Co-Kuratoren gemeinsam mit Virginia Hagn als kuratorischer Assistentin, am inhaltlichen Konzept der Ausstellung Sex in Wien und an der Auswahl der nun 550 gezeigten Objekte. Vom Wienmuseum selbst waren Frauke Kreutler, Michaela Lindinger, Gerhard Milchram und Martina Nussbaumer im sechsköpfigen Kurator_innen-Team. Zu sehen ist die Ausstellung vom 15. September 2016 bis zum 22. Jänner 2017.

Sex in Wien. Lust. Kontrolle. Ungehorsam
15. September 2016 bis 22. Jänner 2017
Dienstag – Sonntag & Feiertag 10.00 – 18.00 Uhr

http://www.wienmuseum.at/de/aktuelle-ausstellungen/ansicht/sex-in-wienlust-kontrolle-ungehorsam.html

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