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Queer Bodies I – Körper abseits der Norm (2011)

Diskussionsreihe „Queer Bodies I – Körper abseits der Norm“ (2011)

Verantwortliche Leitung: Sara M. Ablinger

„Normale“ Körper sind in erster Linie „gesunde“ Körper, d.h. ohne Behinderung/en, weiß und einem Geschlecht zuordenbar. Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender, Interesexuelle, Queers und Asexuelle (LGBTIQA) sind häufig von Mehrfachdiskriminierung2 betroffen: aufgrund ihrer Herkunft, Hautarbe, körperlichen/intellektuellen Fähigkeiten, ihrer Genderidentitäten oder ihres sexuellen (Nicht-) Begehrens. Mehrfachzugehörige sind jene, die sich verschiedenen Gruppen zugehörig fühlen und aufgrund dessen unterschiedlich diskriminiert werden. Und genau diese Überschneidung von Diskriminierungen werden in der Veranstaltungsreihe „Queer Bodies – Körper abseits der Norm“ thematisiert.

Queer meint hierbei eine kritische Auseinandersetzung mit den Normierungen von Körpern (mit allen Facetten ihrer Identitäten) und die damit einhergehende Diskriminierung norm-abweichender Körper.

To queer hat damit zu tun, etwas oder jemanden aus dem Gleichgewicht, aus einer selbstverständlichen Ordnung zu bringen. Queer soll verstören, anstatt theoretische, methodeische oder disziplinäre Sicherheiten zu schaffen. Das kann und soll sich auch auf das eigene Denken beziehen. Entsprechend war ein Definieren und ein Festklopfen von Begriffen nie die Sache der Queer Studies. Ihr Ziel besteht vielmehr darin, Normalitäten sowie daran geknüpfte Mechanismen und Prozesse gesellschaftlicher Normierungen und Ausschlussmechanismen sichtbar zu machen und zu kritisieren.“ (in: Nina Degele: Gender/Queer Studies, Freiburg 2007, S. 11f.)

Die Veranstaltungsreihe soll besonders Menschen ansprechen, die persönlich von den Thematiken betroffen sind. Nach dem Prinzip der Definitionsmacht ( Wer spricht? Wer definiert wen? ) übernehmen sie das Wort und sprechen über ihre subjektiven Erfahrungen und Anliegen. Dabei wird aber nicht über das Objekt „Mehrfachdiskriminierte“ gesprochen. Anders noch: die Priviliegierteren (Menschen ohne Behinderung, ohne Migrationshintergrund, mit weißer Hautfarbe) werden zur Verantwortung gezogen. Ihre Bilder, ihre Sprache über … müssen kritisch hinterfragt werden. Sie müssen hinhören, sprechen lassen, wach werden für all jene Punkte, die in ihren Köpfen und Herzen unbeachtet bleiben. Aus genau diesem Punkt wird die inhaltliche Vorbereitung ausschließlich in Kooperation mit den Vortragenden stattfinden. Dies ist keine Veranstaltung von weißen, nicht-behinderten Menschen über Mehrfachdiskriminierte, sondern mit Mehrfachdiskriminierten – dies ist der Raum für Empowerment und Vernetzung!

Somit richtet sich die Veranstaltungsreihe an alle Menschen, die auf einer oder mehreren Ebenen diskriminierend durch die Welt gehen, auch jene, die es nicht einmal merken. Aktivist_innen aus der Anti-Diskriminierungsarbeit und jene, aus wissenschaftlichen, politischen oder pädagogischen Strukturen werden auf den Podien sitzen und sprechen.

Alle Veranstaltungen sind barrierefrei (d.h. barrierefreie Räumlichkeiten, Gebärdendolmetscher_in, Flüsterübersetzungen Englisch/Spanisch/Türkisch, leicht verständliche Sprache).

Sollte sich die Veranstaltungsreihe als erfolgreich erweisen, streben wir Queer Bodies II an mit folgenden Themen: Transidentität, Intersexualität, Asexualität.