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Führungen (Guide)

Die queeren Stadtspaziergänge, die QWIEN seit mehr als zehn Jahren anbietet, sind ein zentraler Bestandteil der Vermittlung der Geschichte von gleichgeschlechtlich Begehrenden und Menschen, die nicht der heteronormativen Mehrheit entsprachen.

Führungen sind bei QWIEN für Reisebüros, Gruppen und Einzelpersonen buchbar. Für Gruppen wie für Einzelpersonen gibt es auch das Angebot Führungen individuell zu planen oder gewünschte Schwerpunkte zu setzen. Dauer aller Führungen zwischen 2 – 2,5 Stunden.

Führungen werden nur gegen Voranmeldung angeboten. Anfragen, Preisinformation und Buchung bei
Andreas Brunner, E-Mail: guide [at] qwien [punkt] at

Aktuelle Führungen:

Queer Vienna City Walk I
Route: Universität bis Staatsoper (oder umgekehrt)

Details: Universität: Homosexualität und Wissenschaft (Strafrecht, Medizin); Mölkerbastei: War Franz Schubert „schwul“?; Burgtheater: Raoul Aslan und Dorothea Neff; Rathauspark; Volksgarten – eine „cruising area“ des Biedermeier; Heldenplatz: Prinz Eugen – der schwule Ritter?; Hofburg. „Luziwuzi“ – der schwule Bruder von Kaiser Franz Joseph; Josephsplatz: Kaiser Joseph II. und die Abschaffung der Todesstrafe; Augustinerkirche: Marie Christine und Isabella von Parma – ein barockes Liebespaar; Albertinaplatz: Mahnmal gegen Krieg und Faschismus und die Verfolgung vom Schwulen und Lesben im Nationalsozialismus; die Staatsoper und ihre queeren Künstler*innen

Queer Vienna City Walk II
Route: Schwarzenbergplatz bis Burgtheater

Schwarzenbergplatz: Palais Erzherzog Ludwig Viktor, genannt „Luziwuzi“; Ring: die Bodega – ein Homosexuellenlokal der Jahrhundertwende; Mahlerstraße: Karl Kraus als Kämpfer für schwule Rechte; Walfischgasse: Sterbehaus W. H. Auden; Maysedergasse: Die Malerin Stephanie Hollenstein; Albertinaplatz: Das Mahnmal gegen Krieg und Faschismus; Café Tirolerhof – ein Lesbentreff der 1920er Jahre; Augustinerkirche: Marie Christine und Isabella von Parma; Josephsplatz: Joseph II. und die Abschaffung der Todesstrafe für „widernatürliche Unzucht“; Nationalbibliothek: Prinz Eugen als Büchersammler und Mäzen; Michaelerplatz: das alte Café Griensteidl und seine homosexuellen Dichter (Leopold von Andrian), das alte Burgtheater: Iffland und Wilbrandt; Herrengasse: das Café Herrenhof als beliebter Treffpunkt für Schwule und Lesben, Oberst Redls Selbstmord im ehem. Hotel Klomser; Burgtheater: Raoul Aslan und Dorothea Neff

Verdrängtes Unrecht. Die Verfolgung von Schwulen und Lesben in Wien ab 1938
Route: Morzinplatz bis Zimmermannplatz; Straßenbahnfahrschein erforderlich!

Morzinplatz: Gestapo-Hauptquartier; Rossauer Lände: Kriminalpolizeileitstelle Wien; Einzelschicksale von Verfolgten in der Türkenstraße; Servitengasse; Prozellangasse; Wasagasse; Währingerstraße: die Mithilfe der Medziner*innen an der Ermordung von Homosexuellen; Schwarzspanierstraße: Franz B. – auf der Flucht erschossen; Universität: Wiener Juristen engagieren sich bei der Verfolgung von Schwulen und Lesben; Landesgericht Wien: die Ermordung homosexueller Männer als „gemeingefährliche Gewohnheitsverbrecher“; Altes AKH: Lesben im „Altreich“; Zimmermannplatz/Heinz-Heger-Platz: „Die Männer mit dem rosa Winkel“.

Queeres Leben rund um den Naschmarkt I
Route: Rosa Lila Villa bis Kettenbrückengasse

Linke Wienzeile: Rosa Lila Villa; Corneliusgasse: das ehem. Nightshift, das wahrscheinlich älteste schwul/lesbische Lokal der Stadt; Linke Wienzeile: Wohnhaus Leonie Puttkammer und ihre jugendliche Freundin Gretl, die Sigmund Freuds lesbische Patientin war; der Naschmarkt als schwul/lesbisches Biotop einst und jetzt (Goldener Spiegel, Café Savoy, u.a.); Heumühlgasse: Niccoladoni, ein frühes Zeugnis für eine Homosexuellenbewegung in Wien (1907), Das Gugg und die HOSI Wien als älteste NGO im Kampf gegen Diskriminierung und für Anerkennung; die Alte Lampe; Schubert Sterbehaus: Franz Schubert und die Homosexualität

Queeres Leben rund um den Naschmarkt II
Route: Zentrum QWIEN bis Karlsplatz

Rienösslgasse: Niccoladoni; Schleifmühlgasse: das Café Paulanerhof als schwuler Treffpunkt in der Zwischenkriegszeit; Schikanederkino: das älteste Kino Wiens und die ersten schwul/lesbischen Filmfestivals in den 1980er Jahren; Schleifmühlgasse: Coming Out, ein kurzlebiges aber wichtiges Lokale in der schwulen Geschichte der 1980er Jahre; Naschmarkt: öffentliche Toiletteanlage als schwuler Treffpunkt; Theater an der Wien: der schwule Operettenstar Max Hansen und der Aufstieg Zarah Leanders; Girardigasse: Leo W. – homosexuell und jüdisch; Gumpendorferstraße: Hans Adolf Beer: schwuler Opernsänger und aufrechter Nationalsozialist; Rahlgasse: Lina Loos und das lesbische Leben der Zwischenkriegszeit; Rosa-Mayreder-Park; Karlsplatz: beliebter Treffpunkt homosexueller Männer und Razzien durch die Nazis, der bisexuelle Kaiser Karl IV. und seine Kirche

Regenbogen-Führungen an der Universität Wien
Erarbeitet im Auftrag der Universität Wien, buchbar nur auf Vermittlung von QWIEN über die Universität Wien

Seit 2009 finden alljährlich zur Pride Regenbogen-Führungen im Hauptgebäude der Universität Wien statt. Die Universitäten als „think tanks“ der Gesellschaft hatten und haben eine wichtige Stellung in der Geschichte der Homosexualitäten. Ob in den Rechtswissenschaften oder der Medizin, der Psychologie, der Sexualwissenschaft oder in den Sozial- und Geisteswissenschaften – die Forschungen an der Universität haben die Lebensbedingungen von Lesben, Schwulen, Trans- oder Intersex-Personen maßgeblich beeinflusst. Auf einem Rundgang durch die Universität, von der Aula, über den Arkadengang bis zur Universitätsbibliothek, werden wichtige Ergebnisse des universitären Diskurses über Homosexualität thematisiert, Wissenschaftlerinnen vorgestellt aber auch auf die Verfolgung auf universitärer Ebene Bezug genommen (Aberkennung der akademischen Würden).

Kaiserin Elisabeth (Sisi)

Kaiserin Elisabeth, die tragische, mythenumwobene Repräsentantin einer untergehenden Epoche, übte auf Schwule wie auch Lesben seit jeher eine große Faszination aus: Ob als zuckersüße „Sissi“ in Filmen der 1950er Jahre, als Unnahbare bei Visconti, als todessehnsüchtige Fin-de-Siècle-Ikone im Musical, als Verkörperung weiblicher Selbstbestimmung und Auflehnung gegen eine zerbröselnde Gesellschaftsordnung, als neurotisch Fliehende, die im Verschwinden nur präsenter wurde, oder als durchgeknallte Parodie im schwulen Trash-Musical. Worin liegt die Faszination dieser historischen Figur gerade für Schwule und Lesben? Welche Bilder und Mythen verknüpfen sie mit ihr? Wo verlaufen die Bruchlinien zwischen einer vermeintlich realen, historischen Figur und den Inszenierungen um sie und von ihr? Bei einer von QWIEN entwickelten Führung durch die Räume des Sisi-Museums und der Kaiserappartements in der Hofburg werden einzelne Stationen aus Elisabeths Leben und ihr Mythos einer „queeren“ Interpretation unterzogen. Nicht die Schlüsselloch-Perspektive auf Sisis Privatleben oder das der Familie Habsburg stehen dabei im Zentrum, sondern die Bilder, die Elisabeth in unseren Köpfen auslöst. (Dauer der Führung ca. 1,5 Stunden, Preise auf Anfrage.)

 

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