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Zur neuen Publikation „Homosexualität und Nationalsozialismus in Wien“

QWIEN präsentiert gemeinsam mit der LGTBIQ-Intergroup im Parlament den ersten wissenschaftlichen Sammelband zur Verfolgung Homosexueller in der NS-Zeit und schließt damit eine Lücke in der Geschichtsforschung. DIE LGTBIQ-Intergroup – ein Zusammenschluss queerer Abgeordneter zum National- und Bundesrat aus den Fraktionen der ÖVP, SPÖ, der Grünen und NEOS – setzt damit ein Zeichen für die queere Gedenkkultur.

Rechtzeitig zur Eröffnung des Denkmals ARCUS (Schatten eines Regenbogens) im Resselpark (Montag, 5. Juni, 17:00, Ort: Resselpark, 1040 Wien) erscheint die Publikation „Homosexualität und Nationalsozialismus in Wien“. Andreas Brunner und Hannes Sulzenbacher forschten seit mehr als zwei Jahrzehnten zur Verfolgung von queeren Menschen in der NS-Zeit. Mit einem Team von Mitarbeiter:innen legten sie bei QWIEN, dem Zentrum für queere Geschichte, eine umfangreiche Opferdatenbank an, die Ausgangspunkt für die nun präsentierte Publikation war.

Erst in jüngster Zeit richtete die Forschung ihren Fokus auf die Geschichte jener Personen, die in der NS-Zeit wegen gleichgeschlechtlicher Handlungen verfolgt wurden. Elf Beiträge beleuchten in diesem Band die ideologisch begründete Jagd auf Homosexuelle als „Volksfeinde“, die juristische Dimension der Ausgrenzung, die Stereotypisierung weiblicher Homosexueller und die unterschiedlichen Arbeitsweisen von Kripo und Gestapo. Die Akten der Jugendgerichtsbarkeit werden analysiert und die intersektionale Verfolgung jüdischer Homosexueller dargestellt. Beiträge über die Funktion von medizinischen Gutachten in Gerichtsverfahren gegen und die Bedrohung durch die sogenannte „freiwillige Entmannung“ schließen den Sammelband ab.
QWIEN, das Zentrum für queere Geschichte, legte in den letzten zehn Jahren auf der Basis von Strafakten eine umfangreiche Opferdatenbank an und begann die Schicksale der Verfolgten zu erforschen. Das Buch erscheint gleichzeitig mit der Eröffnung des Denkmals ARCUS (Schatten eines Regenbogens) für Männer und Frauen, die Opfer der Homosexuellen-Verfolgung in der NS-Zeit wurden. Es befindet sich im Zentrum Wiens, am Karlsplatz.


QWIEN präsentiert gemeinsam mit der LGBTIQ-Intergroup im Parlament

Andreas Brunner, Hannes Sulzenbacher (Hg.)
→HOMOSEXUALITÄT UND NATIONALSOZIALISMUS IN WIEN
Mandelbaum Verlag Wien

5. Juni 2023, 19.30 – 21.00 Uhr
Ort: Palais Epstein, Dr. Karl Renner-Ring 1, 1010 Wien
keine Anmeldung erforderlich, ein Personalausweis ist vorzuzeigen

 

Der Band enthält folgende Beiträge:

FRANZ X. EDER und HANNES SULZENBACHER: Homosexualität in der NS-Ideologie und in der Strafverfolgung im Spiegel ausgewählter Wiener Strafverfahren

JOHANN KARL KIRCHKNOPF: ,,[…] aus der Erwägung, daß […] diese Rechtsauslegung […] dem Wandel der Lebens- und Rechtsanschauung Rechnung trägt […]“. Nationalsozialistische Maßnahmen im Strafrecht zur Bekämpfung der Homosexualität am Beispiel von Wiener Gerichtsakten

LUIS PAULITSCH: „[…] aus dem Kreise der anständigen Volksgenossen ausgeschlossen“. NS-Gerichtsbarkeit   in Österreich am Beispiel des Verbrechens „Unzucht wider die Natur“

NATASCHA BOBROWSKY: „Ich nehme an […], dass sie ein Mannweib ist.“ Verfolgung  und Stereotypisierung  homosexueller  Frauen  in Gerichtsakten  zu § 129 Ib StG

SVENJA MIRIAM KALMAR: Das kleinere Übel? Die Verfolgung von ‚Juden‘ nach § 129 lb StG in Wien zwischen ,Anschluss‘ und Deportationen

DANIELA PSCHEIDEN: Das Delikt der „Unzucht wider die Natur“ in den Akten des Wiener Jugendgerichtshofs von 1938 – 1945

JONAS SPERBER: Die Homosexuellenverfolgung durch die Gestapo Wien

FR IEDERIKE SUDMANN: Karl Seiringer und das Sittendezernat der Wiener Kriminalpolizei

ROMAN BIRKE: Kastration homosexueller Männer im Nationalsozialismus

MAGDALENA BAUER: Von enthemmten und gezügelten Trieben. Psychiatrische Gerichtsgutachten über homosexuelle Personen in der Zeit des Nationalsozialismus

ANDREAS BRUNNER  und SOPHIE WAGNER: Strafakten als Ego-Dokumente. Selbstzeugnisse in Strafverfahren wegen § 129 Ib zwischen 1938 – 1945

 

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