{"id":11108,"date":"2025-07-15T21:37:08","date_gmt":"2025-07-15T19:37:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.qwien.at\/nicht-kategorisiert\/leselust-ii\/"},"modified":"2025-07-15T21:37:08","modified_gmt":"2025-07-15T19:37:08","slug":"leselust-ii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.qwien.at\/en\/qwien-books\/leselust-ii\/","title":{"rendered":"Leselust II"},"content":{"rendered":"<p><em><strong>Wie haben wieder mal einige B\u00fccher aus unserem Stapel mit Neuerscheinungen herausgezogen und gelesen. Es ist zeimlich bunte Auswahl an Titeln, darunter ganz neue aber auch nicht mehr ganz druckfrische. Aber Alter ist bei B\u00fcchern sowieso keine Kategorie. Wir finden sie so spannend, das wir sie nachfolgend in Besprechnungen von <\/strong><\/em><strong>Ines Rieder<\/strong><em><strong> und <\/strong><\/em><strong>Andreas Brunner<\/strong><em><strong> vorstellen.<\/strong><\/em><br \/>\n<span style=\"color: #800080;\"><strong><a href=\"https:\/\/www.qwien.at\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Cover_Beauvoir1-221x300.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-3100\" title=\"Cover_Beauvoir\" src=\"https:\/\/www.qwien.at\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Cover_Beauvoir1-221x300.jpg\" alt=\"\" width=\"221\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.qwien.at\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Cover_Beauvoir1-221x300.jpg 221w, https:\/\/www.qwien.at\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Cover_Beauvoir1.jpg 369w\" sizes=\"auto, (max-width: 221px) 100vw, 221px\" \/><\/a>Simone de Beauvoir<\/strong><\/span><br \/>\nDas Leben der franz\u00f6sischen Philosophin, Autorin und Feministin Simone de Beauvoir war immer ein \u00f6ffentliches, sei es, dass sie ihre offene Beziehung zu Jean Paul Sartre zur Schau stellte oder sich in ihrem umfangreichen biografischen Werk entbl\u00f6\u00dfte, das &#8211; so Ursula M\u00e4rz nicht ohne Ironie &#8211; &#8220;ein kleines Regalbrett&#8221; f\u00fclle. Wie beschreibt man ein Leben, das so prall war, so angef\u00fcllt mit Arbeit, Aktionismus, Protest und verschiedenen Liebesbeziehungen? Die Literaturkritikerin Ursula M\u00e4rz stellt sich in einem biografischen Essay dieser Aufgabe und fasst ein Leben zusammen, in dem &#8220;jeder Gef\u00fchlswinkel, jede intellektuelle Entdeckung, jede Begegnung, (fast) jede Freundschaft, jeder Zweifel [&#8230;] Text&#8221; wurde. Ursula M\u00e4rz gelingt es in ihrem recht knappen Text Leben und Werk von Simone de Beauvoir b\u00fcndig darzustellen. Gleich zu Beginn postuliert sie \u00fcber Beauvoirs ber\u00fchmtestes Zitat &#8211; &#8220;Man wird nicht als Frau geboren, man wird es.&#8221; -, dass mit diesem Satz &#8220;eine neue Epoche&#8221; beginnt. &#8220;Es ist der Schl\u00fcsselsatz der Frauenemanzipation&#8221;, festgehalten in <em>D<\/em>&#8220;, einem unerh\u00f6rten Werk, in dem erstmals eine Frau &#8220;\u00fcber die Existenz- und Lebensweise von Frauen&#8221; schrieb. Es mag einem heute gar nicht mehr so bewusst sein, wie radikal und neu das Denken von Simone de Beauvoir war &#8211; Ursula M\u00e4rz macht es nachvollziehbar, wie sie sich auch den schwierigen pers\u00f6nlichen K\u00e4mpfen von de Beauvoir widmet, ihrer Beziehung zu Sartre, zu Nelson Algren aber auch zu Frauen, wobei sie hier in Wortwahl und Zuschreibung sehr vorsichtig ist. So ist Sylvie Le Bon, im Alter St\u00fctze, Sekret\u00e4rin und engste Vertraue, nach Sartres Tod auch Adoptivtochter von Simone de Beauvoir vor allem &#8220;Lebensbegleiterin&#8221; und nur &#8220;mutma\u00dflich ihre Geliebte&#8221;. Wie bei allen B\u00e4nden der Reihe <em>Leben in Bildern<\/em> aus dem Deutschen Kunstverlag ist auch dieser mit zahlreichen, gro\u00dfformatigen Abbildungen illustriert.<br \/>\n<em><strong>Ursula M\u00e4rz: Simone de Beauvoir. Berlin\/M\u00fcnchen: Deutscher Kunstverlag 2013<\/strong><\/em>; erh\u00e4ltlich bei <a href=\"http:\/\/www.loewenherz.at\/index_lw_nr.php?LWNR=10027\">L\u00f6wenherz<\/a><br \/>\n<span style=\"color: #800080;\"><strong><a href=\"https:\/\/www.qwien.at\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Cover_Bedford-170x300.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-3101\" title=\"Cover_Bedford\" src=\"https:\/\/www.qwien.at\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Cover_Bedford-170x300.jpg\" alt=\"\" width=\"170\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.qwien.at\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Cover_Bedford-170x300.jpg 170w, https:\/\/www.qwien.at\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Cover_Bedford-768x1352.jpg 768w, https:\/\/www.qwien.at\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Cover_Bedford-582x1024.jpg 582w, https:\/\/www.qwien.at\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Cover_Bedford.jpg 852w\" sizes=\"auto, (max-width: 170px) 100vw, 170px\" \/><\/a>Ein Verm\u00e4chtnis<\/strong><\/span><br \/>\nDer englische Schriftsteller Evelyn Waugh fragte 1956, nachdem er das soeben erschiene Buch <em>A Legacy<\/em> gelesen hatte, ob sich dahinter ein kosmopolitischer Colonel verbirgt, \u201edem die Preu\u00dfen zuwider und die Juden sympathisch sind\u201c. Er wurde von der Schriftstellerin Nancy Mitford aufgekl\u00e4rt, dass es sich um die scheue, halb deutsche Sybille Bedford handle. Als das Buch zum ersten Mal publiziert wurde, war Sybille Bedford um die 40 und zwar international in Schriftsteller_innenkreisen bestens vernetzt, aber selbst noch nicht als Schriftstellerin in Erscheinung getreten. Das sollte sich in den \u00fcber 50 n\u00e4chsten Lebensjahren der Autorin \u2013 zumindest im anglo-amerikanischen Sprachraum \u00e4ndern. Ihre feinen spannenden B\u00fccher, in denen ihr abwechslungsreiches Leben autobiografisch verwertet wurde, erfreuten sich gro\u00dfer Beliebtheit. F\u00fcr deutsche Leser_innen wurden ihre Werke erst in diesem Jahrhundert \u00fcbersetzt und fanden gro\u00dfe Anerkennung. Was die Autorin f\u00fcr lesbischwule Leser_innen spannend macht, ist die Tatsache, dass sie wie Evelyn Waugh richtig erkannt hatte, kosmopolitisch war und deren Sympathien nicht nur den Juden galt, sondern vor allem auch ihren schwulen Freunden und ihren lesbischen Freundinnen und Liebhaberinnen. Sie blieb bis ins hohe Alter eine wunderbare Gespr\u00e4chspartnerin und Auskunftsgebende \u00fcber die in der Zwischenzeit Verstorbenen. Die Frage, die sie auch mir wiederholt in einem pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4ch stellte, war: \u201eWhom did she like better: boys or girls?\u201c Es ging nicht \u2013 das war in ihrer Generation auch nicht die Frage, um lesbische oder schwule Identit\u00e4t, sondern um sexuelle Pr\u00e4ferenz. Und diese sexuellen Pr\u00e4ferenzen beschreibt sie in all ihren Subtilit\u00e4ten und mit viel Humor. So sind Sybille Bedfords B\u00fccher, so wie auch das in sch\u00f6ner Ausstattung in einer Sonderreihe der<em> Anderen Bibliothek <\/em>wiederaufgelegte<em> Ein Verm\u00e4chtnis,<\/em> wunderbare Quellen f\u00fcr vielf\u00e4ltiges queeres Leben im vorigen Jahrhundert und dar\u00fcber hinaus noch viel mehr.<em> (Rezension Ines Rieder)<\/em><br \/>\n<strong><em>Sybille Bedford: Ein Verm\u00e4chtnis. Berlin: Extradruck der Anderen Bibliothek Berlin 2013<\/em><\/strong><br \/>\n<span style=\"color: #800080;\"><strong><a href=\"https:\/\/www.qwien.at\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Cover_Deppe-210x300.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-3102\" title=\"Cover_Deppe\" src=\"https:\/\/www.qwien.at\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Cover_Deppe-210x300.jpg\" alt=\"\" width=\"210\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.qwien.at\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Cover_Deppe-210x300.jpg 210w, https:\/\/www.qwien.at\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Cover_Deppe.jpg 350w\" sizes=\"auto, (max-width: 210px) 100vw, 210px\" \/><\/a>Die Liebe wirst Du los, das Virus nie<\/strong><\/span><br \/>\nBeginnt man das Tagebuch des &#8220;Homeworkers bei der AIDS-Hilfe&#8221; Rainer Deppe zu lesen, kommt einem der Text merkw\u00fcrdig anachronistisch vor, ist doch das Sterben an den Folgen einer HIV-Infektion seit Jahren aus dem Fokus geraten. Seit der Durchsetzung der Kombinationstherapie ist das Sterben an Aids tats\u00e4chlich zur\u00fcckgegangen, die HIV-Infektion wurde in vielen F\u00e4llen zu einer behandelbaren, chronischen Erkrankung. Aber nicht in allen und das zeigt auch Deppes Buch, das vom Sterben eines Aids-Patienten in Frankfurt erz\u00e4hlt. Die Erz\u00e4hlung bleibt ohne Jahreszahl, auch im etwas zu schmal geratenen Nachwort (man h\u00e4tte sich mehr Informationen \u00fcber die Hintergr\u00fcnde des Tagebuchs und dessen Bearbeitung f\u00fcr die Publikation gew\u00fcnscht) erf\u00e4hrt man keine Einordnung. Aus erz\u00e4hlten Details lie\u00dfe sich aber das Jahr 2005 rekonstruieren, was aber letztendlich f\u00fcr die Lekt\u00fcre unerheblich ist. Der diplomierte Soziologe Deppe m\u00f6chte mit seinem einf\u00fchlsamen Bericht \u00fcber die letzten Monate des Lebens von David Hagenreuther auch etwas ganz anderes auf das er in einer unscheinbaren Widmung auf dem Vorsatz des Buches verweist: Er m\u00f6chte alle Menschen ansprechen, &#8220;die es mit Schwerkranken oder Sterbenden zu tun haben&#8221;. Wie stellt man sich den Emotionen, die aufbrechen, wenn man in kurzer Zeit einem vorerst fremden Menschen n\u00e4her kommt? Wenn man sich anfreundet, das Sterben aber zwischen dem Aufbau einer l\u00e4ngerfristigen Beziehung steht? Und es ist vor allem auch ein Buch, das w\u00e4hrend des Lesens zu eigenen Reflexionen einl\u00e4dt.<br \/>\n<strong>Rainer Deppe: Die Liebe wirst Du los, das Virus nie. Als Homeworker bei der AIDS-Hilfe. Frankfurt: Brandes&amp; Apsel 2013; <\/strong>erh\u00e4ltlich bei <a href=\"http:\/\/www.loewenherz.at\/index_lw_nr.php?LWNR=9384\">L\u00f6wenherz<\/a><br \/>\n<span style=\"color: #800080;\"><strong><a href=\"https:\/\/www.qwien.at\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Cover_linck.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-3103\" title=\"Cover_linck\" src=\"https:\/\/www.qwien.at\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Cover_linck.jpg\" alt=\"\" width=\"208\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.qwien.at\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Cover_linck.jpg 348w, https:\/\/www.qwien.at\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Cover_linck-209x300.jpg 209w\" sizes=\"auto, (max-width: 208px) 100vw, 208px\" \/><\/a>Batman &amp; Robin<\/strong><\/span><br \/>\nEs ist eine intellektuelle Petitesse, die der Literaturwissenschaftler Dirck Linck mit seiner theorieschwangeren Spurensuche nach dem beliebten Comic-Paar in der deutschsprachigen Popliteratur abliefert &#8211; aber eine h\u00f6chst vergn\u00fcgliche und informative. Batman erblickte in den USA bereits 1939 das Licht der Welt, im deutschsprachigen Raum ist der R\u00e4cher allen \u00dcbels erst seit Mitte der 1960er Jahre im Einsatz, da in den &#8220;dunklen&#8221; 1950er Jahren gegen Comics ein Kulturkampf gef\u00fchrt wurde, der das Medium grunds\u00e4tzlich als kulturlos, als &#8220;Schmutz und Schuld&#8221;, der aus den USA kam, diffamierte. Der Fledermausmann mit seinem zwei Gesichtern &#8211; als sch\u00fcchterner Privatmann Bruce Wayne und als muskul\u00f6ser im Fetischdress auftretender Retter vor dem B\u00f6sen &#8211; war schon immer Projektsfl\u00e4che erotischer Phantasien, nicht erst seit dem Unbeweibten der zarte Knabe Robin zur Seite gestellt wurde. Den schwulen Mythenbildungen sp\u00fcrt Dirck Linck in seinem Essay nach und cruised dabei ungeniert zwischen Comics und antiker Mythologie, wenn er Analogien zwischen Batman &amp; Robin sowie Zeus &amp; Ganymed erstellt, zwischen Lyrik und Texten von Rolf Dieter Brinkmann und Elfriede Jelinek, in deren fr\u00fchem Roman <em>wir sind lockv\u00f6gel baby?<\/em> die Comichelden eine gar unheldenhafte Rolle spielen.<br \/>\n<strong>Dirck Linck: Batman &amp; Robin. Das &#8220;dynamic duo&#8221; und sein Weg in die deutschsprachige Popliteratur der 60er Jahre. Hamburg: Textem 2012<\/strong>; erh\u00e4ltlich bei <a href=\"http:\/\/www.loewenherz.at\/index_lw_nr.php?LWNR=8982\">L\u00f6wenherz<\/a><br \/>\n<span style=\"color: #800080;\"><strong><a href=\"https:\/\/www.qwien.at\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Cover_Meritt-272x300.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-3104\" title=\"Cover_Meritt\" src=\"https:\/\/www.qwien.at\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Cover_Meritt-272x300.jpg\" alt=\"\" width=\"272\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.qwien.at\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Cover_Meritt-272x300.jpg 272w, https:\/\/www.qwien.at\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Cover_Meritt.jpg 385w\" sizes=\"auto, (max-width: 272px) 100vw, 272px\" \/><\/a>Frauenk\u00f6rper neu gesehen<\/strong><\/span><br \/>\nEs geh\u00f6rt zu den Grundlagen eines gesunden, aber auch eines erf\u00fcllten Sexuallebens, dass frau ihren K\u00f6rper kennt. Die Neuauflage des Klassikers <em>A New View on Woman&#8217;s Body<\/em> aus den 1970er Jahren wurde gr\u00fcndlich \u00fcberarbeitet, und bietet nun auch Informationen zur Selbstuntersuchung und Informationen zu Themen, die zur Zeit des Originalausgabe noch keine Relevanz hatten: etwa Safer Sex. Hinzu kommen auch mit Tabus belegte Fragen nach Schwangerschaftsabbruch, zu Gefahren der Sch\u00f6nheits- und Intimchirurgie. Auf den ersten Blick wirken die gezeichneten Darstellungen von Frauenk\u00f6rpern, Geschlechtsorganen und K\u00f6rperteilen etwas schulbuchhaft und anachronistisch, bewirken aber auch eine Konzentration auf das wesentliche der Information und verhindern jeden voyeuristischen Blick. Ein Glossar, Literaturhinweise und eine Liste mit frauenspezifischen Gesundheitszentren im deutschsprachigen Raum runden den praktischen von Deutschlands Sexpertin Nummer 1 Laura M\u00e9rtitt herausgegebenen Band.<br \/>\n<strong>Laura M\u00e9ritt (Hg.): Frauenk\u00f6rper neu Gesehen. Ein illustriertes Handbuch. Berlin 2012<\/strong>; erh\u00e4ltlich bei <a href=\"http:\/\/www.loewenherz.at\/index_lw_nr.php?LWNR=9122\">L\u00f6wenherz<\/a><br \/>\n<span style=\"color: #800080;\"><strong><a href=\"https:\/\/www.qwien.at\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Cover_Brandt-192x300.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-3105\" title=\"Cover_Brandt\" src=\"https:\/\/www.qwien.at\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Cover_Brandt-192x300.jpg\" alt=\"\" width=\"192\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.qwien.at\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Cover_Brandt-192x300.jpg 192w, https:\/\/www.qwien.at\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Cover_Brandt.jpg 320w\" sizes=\"auto, (max-width: 192px) 100vw, 192px\" \/><\/a>Wegwalt-Drucke von Adolf Brandt<\/strong><\/span><br \/>\nNachdem Adolf Brandt die gegen ihn verh\u00e4ngte eineinhalbj\u00e4hrige Haftstrafe, die gegen ihn verh\u00e4ngt worden war, weil er Reichkanzler von B\u00fclow im Zuge der Eulenburg-Aff\u00e4re als Homosexuellen bezeichnet hatte, abgesessen hatte, war er finanziell ruiniert. 1906 hatte der den letzten Jahresband seiner Zeitschrift <em>Der Eigene<\/em> herausgeben k\u00f6nnen, einen pr\u00e4chtigen Band mit belletristischen Beitr\u00e4gen, edel illustriert. Aber Adolf Brandt war nicht bereit aufzugeben, er k\u00e4mpfte mit der <em>Extrapost des Eigenen<\/em>, einem Informationsblatt f\u00fcr eher national gesinnte Homosexuelle, mit dem sich Brandt auch von Magnus Hirschfeld und seinem <em>Wissenschaftlich Humanit\u00e4rem Komitee <\/em>absetzte, weiter f\u00fcr die Straffreiheit gleichgeschlechtlichen Begehrens. 1913 erwog er aber, sich auch anderen Projekten zu widmen. Er hatte Pl\u00e4ne sich nur noch k\u00fcnstlerischen Fotografie zu verschreiben, dachte aber auch dar\u00fcber nach, wie Marita Keilson-Lauritz in ihrem informativen Vorwort zu Lebensspuren Brandts in diesen Jahren ausf\u00fchrt, eine neue Zeitschrift, <em>Ein Blatt f\u00fcr deutsche Art, Dorfkultur und Heimatpflege<\/em>, zu gr\u00fcnden. Den fremd klingenden Namen entlehnte er der nordischen Mythologie, in der der Wegwalt mit Wotoan\/Odin assoziiert wird. Aus der neuen Zeitschrift wurde nichts, aber Brandt verwendete den Namen f\u00fcr sieben Sonderdrucke mit unterschiedlicher Beitr\u00e4ge aus dem Umfeld des\u00a0<em>Eigenen<\/em>, darunter die Erz\u00e4hlung <em>Der Matrose<\/em> von Karl Heinrich Ulrichs, Liebesgedichten von Michelangelo an Tommaso Cavaliere und den programmatischen Text <em>Die Wiedergeburt der Freundesliebe<\/em> von Adolf Brandt selbst. Mit diesem wollte er die <em>Gemeinschaft der Eigenen<\/em> wiederbeleben. Diesmal vereitelte der Ausbruch des 1. Weltkriegs das Unterfangen. Die n\u00e4chste Ausgabe des <em>Eigenen<\/em> konnte erst 1919 erscheinen. Der 66. Band der <em>Bibliothek rosa Winkel<\/em> stellt in gewohnter editorischer Qualit\u00e4t einen Reprint der <em>Wegwalt-Drucke<\/em> dem an schwuler (Literatur)Geschichte interessierten Publikum vor.<br \/>\n<strong>Adolf Brandt (Hg.): Die Wegwalt-Drucke. Reprint mit einer Vorbemerkung von Marita Keilson-Lauritz. Hamburg: M\u00e4nnerschwarm 2013 (=Bibliothek rosa Winkel, 66)<\/strong>; erh\u00e4ltlich bei <a href=\"http:\/\/www.loewenherz.at\/index_lw_nr.php?LWNR=10006\">L\u00f6wenherz<\/a><br \/>\n<span style=\"color: #800080;\"><strong><a href=\"https:\/\/www.qwien.at\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Cover_Stahl.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-3106\" title=\"Cover_Stahl\" src=\"https:\/\/www.qwien.at\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Cover_Stahl.jpg\" alt=\"\" width=\"196\" height=\"300\" \/><\/a>Claude Cahuns<\/strong><\/span><br \/>\nSeit Ende der 1980er Jahre wird das Werk der franz\u00f6sischen K\u00fcnstlerin Claude Cahuns vermehrt wahrgenommen: Cahuns Fotografien und Fotomontagen werden international gezeigt und auch in der Literatur und den akademischen Recherchen wird Cahun vielfach rezensiert und wissenschaftlich bearbeitet. Das vorliegende Buch basiert auf einer Dissertation aus dem Jahr 2011 und setzt sich spezifisch auf wissenschaftlicher Ebene mit der Darstellung von Cahuns K\u00f6rper in ihrem Werk auseinander. Wie die Autorin in der Einleitung festh\u00e4lt: da \u201eerst \u00fcber den K\u00f6rper ein eigener Weltzugang erm\u00f6glicht wird\u201c der bis in die Romantik zur\u00fcckverfolgt werden kann. Der Blick \u201eauf eine Gesamtheit von K\u00f6rper und Seele als \u201aleidenschaftlich fragmentierte\u2018 Menschen\u201c hat in der Romantik ihren Ursprung. Andrea Stahl beleuchtet den fotografischen Werdegang Claude Cahuns und bringt ihn im Zusammenhang mit Cahuns weitgehend unbekanntem schriftlichem Nachlass. Und obgleich Cahun mit den bekannten Surrealisten ihrer Zeit vertraut war und in Kontakt stand und sp\u00e4ter vielfach dieser Str\u00f6mung zugerechnet wurde, ist ihr Werk doch einzigartig.<em> Artikulierte Ph\u00e4nomenalit\u00e4t<\/em> ist wohl nicht die geignete Lekt\u00fcre zum Einstieg in die Welt Claude Cahuns, aber f\u00fcr diejenigen, die bereits mit Cahun vertraut sind, die M\u00f6glichkeit einer Vertiefung und Bereicherung. <em>(Rezension Ines Rieder)<\/em><br \/>\n<strong>Andrea Stahl: Artikulierte Ph\u00e4nomenalit\u00e4t. Der K\u00f6rper in den Texten und Fotografien Claude Cahuns. W\u00fcrzburg: K\u00f6nigshausen &amp; Neumann 2013<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\t\t\t\t<![CDATA[]]>\t\t<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[267,271,272],"tags":[],"class_list":["post-11108","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-qwien-books","category-literature-archive","category-qwien","grve-entry-item","grve-blog-item"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.4 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Leselust II - Blog - Qwien - Zentrum f\u00fcr queere Geschichte<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.qwien.at\/en\/qwien-books\/leselust-ii\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"en_US\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Leselust II - 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