{"id":11156,"date":"2025-07-15T21:37:06","date_gmt":"2025-07-15T19:37:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.qwien.at\/nicht-kategorisiert\/leselust-i\/"},"modified":"2025-07-15T21:37:06","modified_gmt":"2025-07-15T19:37:06","slug":"leselust-i","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.qwien.at\/en\/qwien-books\/leselust-i\/","title":{"rendered":"Leselust I"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>In den letzten Monaten haben sich eine Reihe von Neuerscheinungen auf unseren B\u00fcchertischen angesammelt. Sachb\u00fccher und wissenschaftliche Arbeiten, aber auch H\u00f6rb\u00fccher, die wir \u00fcber den Sommer gelesen bzw. geh\u00f6rt haben: QWIENs wissenschaftliche Empfehlungen f\u00fcr den Altweibersommer.<\/em><\/strong><br \/>\n<strong><span style=\"color: #993366;\">Lesbische \u00c4rztinnen<\/span><\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.qwien.at\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Cover_\u00c4rztinnen-211x300.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-2948\" title=\"Cover_\u00c4rztinnen\" src=\"https:\/\/www.qwien.at\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Cover_\u00c4rztinnen-211x300.jpg\" alt=\"\" width=\"211\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.qwien.at\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Cover_\u00c4rztinnen-211x300.jpg 211w, https:\/\/www.qwien.at\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Cover_\u00c4rztinnen.jpg 352w\" sizes=\"auto, (max-width: 211px) 100vw, 211px\" \/><\/a>Lesbische Frauen wie schwule M\u00e4nner begegnen in zahlreichen Berufen nach wie vor vielf\u00e4ltigen Vorurteilen und Diskriminierungen. Sich mit diesen auseinander zu setzen und den Frauen in ihren Arbeitsverh\u00e4ltnissen den R\u00fccken zu st\u00e4rken ist auch seit 1999 Ziel von Charlotte e.V., einem Netzwerk von lesbischen \u00c4rztinnen. Auf der Mitgliederbasis von Charlotte e.V. baut auch die Autorin Helga Seyler auf, wenn sie die Erfahrungen und Strategien lesbischer Frauen im Berufsleben untersucht. Anhand von Interviews mit Frauen aus unterschiedlichen Generationen und Erfahrungshintergr\u00fcnden erarbeitet sie im ersten Teil die wissenschaftliche Basis, stellt Untersuchungen zu Lesben in der Arbeitswelt vor und bringt diesen theoretischen Abschnitt mit biografischen Berichten in Zusammenhang, die den umfangreichsten Teil des Buches ausmachen. Hier geben Frauen Auskunft \u00fcber ihre unterschiedlichen Erfahrungen und dem pers\u00f6nlichen Umgang mit der f\u00fcr alle wohl wichtigsten Frage: Soll ich mich outen? Welche Konsequenzen hat dieser Schritt? Gibt es eigentlich Rollenbilder lesbischer \u00c4rztinnen? Helga Seydel hat aus den Lebensgeschichten und den Fragen, die sich daraus ergaben, einen lesenswerten Ratgeber f\u00fcr lesbische Frauen in Gesundheitsberufen gemacht. Denn anders als es der griffige Titel <em>Lesbische \u00c4rztinnen<\/em> formuliert, geht es wohl haupts\u00e4chlich um diese, aber nicht nur, denn die gestellten Fragen betreffen alle lesbischen Frauen im Gesundheitswesen. Mit Vorschl\u00e4gen zur F\u00f6rderung der Akzeptanz unterschiedlicher Lebensweisen im Gesundheitsbereich schlie\u00dft der informative Band.<br \/>\n<strong>Helga Seyler: Lesbische \u00c4rztinnen. Erfahrungen und Strategien im Berufsleben. Frankfurt: Mabuse 2013<\/strong>; erh\u00e4ltlich bei <a href=\"http:\/\/www.loewenherz.at\/index_lw_nr.php?LWNR=9485\">L\u00f6wenherz<\/a><br \/>\n<strong><span style=\"color: #993366;\">Tod in Venedig<\/span><\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.qwien.at\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Cover_Tod.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-2949\" title=\"Cover_Tod\" src=\"https:\/\/www.qwien.at\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Cover_Tod.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"271\" srcset=\"https:\/\/www.qwien.at\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Cover_Tod.jpg 350w, https:\/\/www.qwien.at\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Cover_Tod-300x272.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Schon bei Erscheinen erregte die k\u00fchne homoerotische Fantasie Thomas Manns in Form der Novelle <em>Tod in Venedig<\/em> Aufsehen. Doch ist die Geschichte des Verfalls des Komponisten Gustav von Aschenbach heute von den Bildern der omnipr\u00e4senten Verfilmung von Luchino Visconti \u00fcberlagert. Den eigenen Imaginationen hingeben kann man sich bei der Lesung von Matthias Brandt, der die Novelle auf drei CDs eingelesen hat. Das satte Timbre der Stimme des Schauspielers, die Seher_innen von TV-Krimiserien als Kommissar Hans von Meuffels aus Polizeiruf 110 bekannt sein wird, l\u00e4sst einen den m\u00e4andernden S\u00e4tzen von Thomas Mann folgen, die Brandt lesend rhythmisch strukturiert. Von allen Autoren der klassischen Moderne sei Thomas Mann der &#8220;pathetischste&#8221;, wie der Schriftsteller Daniel Kehlmann im Feature <em>Eros und Cholera<\/em>, das der Edition als vierte CD beigeschlossen ist, zitiert wird. Obwohl er der &#8220;Gef\u00fchlsunmittelbarste&#8221; sei, ist er auch distanzierter als andere, weil er mehr zu verbergen habe. Als h\u00e4tte sich Matthias Brandt die Eindr\u00fccke Kehlmanns zum Motto genommen, tr\u00e4gt er den erotisch aufgeladenen Text Manns erfreulich unpathetisch vor. Zur Erscheinungszeit war <em>Tod in Venedig<\/em> ein gewagter Schritt, wie auch in Ulrike Voswinckels informativem Feature zu h\u00f6ren ist. Sie folgt darin den vielf\u00e4ltigen Verkn\u00fcpfungen zwischen Mann, Gustav Mahler und Luchino Visconti und widmet sich dabei ausf\u00fchrlich dem verp\u00f6nten Eros, dessen sch\u00fcchterne Huldigung sowohl die Novelle als auch der Film unternehmen. H\u00f6renswert!<br \/>\n<strong>Thomas Mann: Tod in Venedig. Gelesen von Matthias Brandt. H\u00f6rbuch, 4. CDs. M\u00fcnchen: der H\u00f6rverlag 2013<\/strong><br \/>\n<span style=\"color: #993366;\"><strong>Pier Paolo Pasolini &#8211; Poetisch Philosophisches Portr\u00e4t<\/strong><\/span><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.qwien.at\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Cover_Pasolini.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-2950\" title=\"Cover_Pasolini\" src=\"https:\/\/www.qwien.at\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Cover_Pasolini.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"290\" srcset=\"https:\/\/www.qwien.at\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Cover_Pasolini.jpg 667w, https:\/\/www.qwien.at\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Cover_Pasolini-300x291.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Es ist kaum zu glauben, dass Pier Paolo Pasolini schon seit 1975 tot ist, denn seine Aktualit\u00e4t ist ungebrochen, wie dieses spannende CD-Portr\u00e4t des italienischen Dichters, Filmregisseurs, Dramatikers und unbestechlichen Intellektuellen zeigt. H\u00f6rt man etwa das Kapitel &#8220;V\u00f6lkermord, Konsumismus und Ausl\u00f6schung&#8221; fragt man sich, wo ein so unbeugsamen Streiter gegen die Konsumgesellschaft heute Allianzen finden w\u00fcrde. Beim nonkonformistischen Komiker Beppe Grillo? Fehlenden Nonkonformismus warf er jedenfalls den &#8220;Homosexuellen&#8221; (ebenfalls ein Abschnitt auf der CD) vor. Einer, so Pasolini, verlogenen Scheintoleranz wegen, w\u00fcrden sie den Normen der herrschenden Klasse nacheifern, und der Nivellierung jedes Andersseins Vorschub leisten. Pasolini-Kenner Hans Ulrich Beck gibt in seinem 150 Minuten langen H\u00f6rbuch einen spannenden Ein- und \u00dcberblick in Leben und Werk des gro\u00dfen italienischen Poeten, Filmemachers, K\u00fcnstlers, politischen Streiters. Wichtige Ereignisse in seinem Leben werden k\u00fcnstlerischen Entwicklungen gegen\u00fcber gestellt und treten dabei in einen spannenden Dialog. Mitunter zeigt sich Pasolini als Prophet, wenn er die politische und gesellschaftliche Entwicklung Italiens vorhersieht. Seine antikolonialistische Haltung \u2013 Pasolini war ein vehementer Verfechter einer Vielfalt der Kulturen, Sprachen, Ausdrucksformen, Sexualit\u00e4ten \u2013 findet heute in queeren Theorien ihre gedankliche Fortsetzung. Das auf dem kleinen H\u00f6rbuchlabel Edition Apollon erschienene H\u00f6rbuch macht aber auch Lust wieder einmal Pasolini zu lesen oder einen seiner Filme in den DVD-Player zu schieben.<br \/>\n<strong>Hans Ulrich Reck: Pier Paolo Pasolini &#8211; Poetisch Philosophisches Portr\u00e4t. H\u00f6rbuch, 2 CDs. Edition Apollon 2012<\/strong><br \/>\n<span style=\"color: #993366;\"><strong>Queer zur Norm<\/strong><\/span><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.qwien.at\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Cover_Queer-216x300.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-2951\" title=\"Cover_Queer\" src=\"https:\/\/www.qwien.at\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Cover_Queer-216x300.jpg\" alt=\"\" width=\"216\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.qwien.at\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Cover_Queer-216x300.jpg 216w, https:\/\/www.qwien.at\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Cover_Queer.jpg 250w\" sizes=\"auto, (max-width: 216px) 100vw, 216px\" \/><\/a>Schwul-lesbische Emanzipationsbewegungen, untrennbar verbunden mit der Entwicklung schwul-lesbischer Identit\u00e4ten, haben ihren Ausdruck in der \u201egay pride\u201c gefunden. Dieser emanzipatorische Prozess f\u00fchrt jedoch zu einer Herausbildung von Normstrukturen, die zwar nicht der heterosexuellen Welt entsprechen, jedoch mit einer Ausgrenzung anderer Geschlechtsidentit\u00e4ten und Lebensweisen einhergehen. Die Beitr\u00e4ge in diesem Sammelband stellen Lebensformen vor, die weder in die heterosexuellen, noch in die homosexuellen Identit\u00e4tsnormen passen und beleuchten die Problematik der zweigeschlechtlichen Ordnung. Dabei ist beispielsweise von Drag-Kinging und lesbischen Transm\u00e4nnern die Rede, die durch ihre m\u00e4nnlichen Inszenierungen in lesbischen Frauenr\u00e4umen nicht willkommen zu sein scheinen oder mit Vorw\u00fcrfen der Imitation heterosexuellen Normen konfrontiert werden. Des Weiteren setzt sich der Artikel von Robin Bauer mit der queeren BDSM-Szene auseinander, die er als Spielplatz zur Erkundung von Geschlecht beschreibt, wo Geschlechtervielfalt gro\u00dfe Wertsch\u00e4tzung erf\u00e4hrt, jedoch der Transfer in die Mainstreamgesellschaft aufgrund dominierender heteronormativer Strukturen nur begrenzt m\u00f6glich ist. (Rezension Carina Haselmayer)<br \/>\n<strong>Volker Wei\u00df, Bodo Niendel (Hg.): Queer zur Norm. Leben jenseits einer schwulen und lesbischen Identit\u00e4t. Hamburg: M\u00e4nnerschwarm 2012 (=Edition Waldschl\u00f6sschen, 11),<\/strong> erh\u00e4ltlich bei <a href=\"http:\/\/www.loewenherz.at\/index_lw_nr.php?LWNR=8804\">L\u00f6wenherz<\/a><br \/>\n<span style=\"color: #993366;\"><strong>Gender im Gedicht<\/strong><\/span><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.qwien.at\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Cover-gender-im-gedicht-197x300.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-2953\" title=\"Cover-gender-im-gedicht\" src=\"https:\/\/www.qwien.at\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Cover-gender-im-gedicht-197x300.jpg\" alt=\"\" width=\"197\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.qwien.at\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Cover-gender-im-gedicht-197x300.jpg 197w, https:\/\/www.qwien.at\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Cover-gender-im-gedicht.jpg 276w\" sizes=\"auto, (max-width: 197px) 100vw, 197px\" \/><\/a>Man sollte in literaturwissenschaftlicher Queer- und Genderforschung und Diskursanalyse firm sein, um den Ausf\u00fchrungen Stefan Schukowski in seiner Untersuchung &#8220;Zur Diskursreaktivit\u00e4t homoerotischer Lyrik&#8221; folgen zu k\u00f6nnen. In der queeren Literaturwissenschaft sieht er einen Schwerpunkt in der Besch\u00e4ftigung mit erz\u00e4hlenden und dramatischen Texten, deren Analyse zudem h\u00e4ufig rein inhaltlich, also diskursmimetisch, erfolgt. Lyrik als &#8220;relevantes Objekt genderwissenschaftlicher Forschung&#8221; betrachtend liegt Schukowskis &#8220;Hauptaugenmerk auf den jeweiligen \u00e4sthetischen Realisierungen diskursiver Strukturen in lyrikhaften Texten&#8221;. Bei den ausgew\u00e4hlten Texten geht es ihm um eine &#8220;dezidiert punktuelle Analyse&#8221;, nicht um einen &#8220;repr\u00e4sentativen Durchgang durch die m\u00e4nnlich-homoerotische Lyrik Europas&#8221;, weshalb eher unbekannte Lyrik aus mehreren europ\u00e4ischen Sprache und einem Zeitraum von \u00fcber 130 Jahren Grundlage der Studie ist. Die spezifische Medialit\u00e4t von Lyrik stellt sich dabei als f\u00fcr f\u00fcr die genderspezifische Forschung besonders geeignet heraus. In einem Exkurs wendet Schukowski die von ihm erarbeiteten Analysekriterien auf die Diskursreaktivit\u00e4t in der Fotografie an.<br \/>\n<strong>Stefan Schukowski: Gender im Gedicht. Zur Diskursreaktivit\u00e4t homoerotischer Lyrik. Bielefeld: Transcript 2013,<\/strong> erh\u00e4ltlich bei <a href=\"http:\/\/www.loewenherz.at\/index_lw_nr.php?LWNR=9527\">L\u00f6wenherz<\/a><br \/>\n<span style=\"color: #993366;\"><strong>Ulrike Ottinger<\/strong><\/span><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.qwien.at\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Cover_Ottinger.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-2954\" title=\"Cover_Ottinger\" src=\"https:\/\/www.qwien.at\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Cover_Ottinger.jpg\" alt=\"\" width=\"207\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.qwien.at\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Cover_Ottinger.jpg 969w, https:\/\/www.qwien.at\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Cover_Ottinger-208x300.jpg 208w, https:\/\/www.qwien.at\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Cover_Ottinger-768x1110.jpg 768w, https:\/\/www.qwien.at\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Cover_Ottinger-709x1024.jpg 709w\" sizes=\"auto, (max-width: 207px) 100vw, 207px\" \/><\/a>Zwischen \u00fcberh\u00f6hter K\u00fcnstlichkeit und Dokumentation, zwischen den Geschlechtern und zwischen \u00f6stlicher und westlicher Welt changiert das Werk der K\u00fcnstlerin Ulrike Ottinger. &#8220;M\u00e4anderndes Erz\u00e4hlen&#8221; nennt es Kristina Jaspers in ihrem Beitrag \u00fcber die &#8220;poetischen Bildwelten der Ulrike Ottinger&#8221;. Der aufw\u00e4ndig gedruckte Bildband gibt einen \u00dcberblick \u00fcber das filmische Werk von Ulrike Ottinger, wobei leider der anarchische Kultfilm &#8220;Madame X&#8221;, der eine fr\u00fche filmische Manifestation queeren Denkens ist, keine Aufmerksamkeit findet. Ab &#8220;Freak Orlando&#8221; wandte sich Ottinger einem dokumentarischen Kino zu, in das die Regisseurin inszenierend eingreift. Filmstills, Installationen, Ausz\u00fcge aus den Dreh- und Skizzenb\u00fcchern zeigen, dass Ulrike Ottinger vor allem K\u00fcnstlerin bleibt, auf die Macht der Bilder vertrauend. Seit der Zeit nach &#8220;Madame X&#8221; ist sie mit Elfriede Jelinek befreundet, die auch in &#8220;Prater&#8221; auftritt, einem Film mit &#8220;bet\u00f6renden Bildern und abwechslungsreichen Erz\u00e4hlungen&#8221;, eine Hommage an einen zauberhaften Ort in Wien. Eine gelungene, bunte Einf\u00fchrung in Ulrike Ottingers Werk und Welt.<br \/>\n<strong>Ingvild Goetz\/Karsten L\u00f6ckemann\/Susanne Touw (Hg.): Ulrike Ottinger. Ostfildern: Hatje Cantz 2012<\/strong><br \/>\n<span style=\"color: #993366;\"><strong>Mephisto<\/strong><\/span><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.qwien.at\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Cover-Mephisto-198x300.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-2955\" title=\"Cover-Mephisto\" src=\"https:\/\/www.qwien.at\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Cover-Mephisto-198x300.jpg\" alt=\"\" width=\"198\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.qwien.at\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Cover-Mephisto-198x300.jpg 198w, https:\/\/www.qwien.at\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Cover-Mephisto.jpg 330w\" sizes=\"auto, (max-width: 198px) 100vw, 198px\" \/><\/a>Als Klaus Manns Schl\u00fcsselroman 1936 im Exil erschien, war die Vorlage f\u00fcr den opportunistischen Schauspieler Hendrik H\u00f6fgen, der deutsche &#8220;Staatsschauspieler&#8221; Gustaf Gr\u00fcndgens, bereits einer der unumstrittenen Stars des nationalsozialistischen Kulturlebens. Einige Jahre zuvor waren Klaus und seine Schwester Erika Mann noch eng mit Gr\u00fcndgens befreundet, Erika war sogar einige Jahre mit ihm verheiratet, obwohl beide homosexuell waren. In ihrer Analyse von Buch und Film hebt Karina von Lindeiner-Str\u00e1sk\u00fd auch hervor, dass Mann hier in einem entscheidenden Detail vom Vorbild abwich, wohl weil er als homosexueller Autor keinen homosexuellen Antihelden schaffen wollte. Ausgehend von der Intermedialit\u00e4t, der stofflichen und inhaltlichen Beeinflussung der beiden Medien, analysiert die Autorin zuerst Struktur und Figuren des Romans und setzte sich mit dessen Thematik und Handlung auseinander. Nach einer strukturell \u00e4hnlichen Analyse des Films vergleicht sie entscheidende Szenen des Romans mit dem Film. F\u00fcr Forschende besonders interessant sind auch die Materialien im Anhang: Neben einem Inhaltsprotokoll des Romans, findet man ein detailliertes Sequenzprotokoll des Films und ausf\u00fchrliche Einstellungsanalysen.<br \/>\n<strong>Karina von Lindeiner-Str\u00e1sk\u00fd: Die Mehrfarbigkeit der Vergangenheit. Istv\u00e1n Szab\u00f3s Adaption von Klaus Manns Roman &#8220;Mephisto&#8221;. W\u00fcrzburg: K\u00f6nigshausen &amp; Neumann 2013<\/strong><br \/>\n<span style=\"color: #993366;\"><strong>Regenbogenfamilien<\/strong><\/span><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.qwien.at\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Cover_PLass-208x300.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-2956\" title=\"Cover_PLass\" src=\"https:\/\/www.qwien.at\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Cover_PLass-208x300.jpg\" alt=\"\" width=\"208\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.qwien.at\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Cover_PLass-208x300.jpg 208w, https:\/\/www.qwien.at\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Cover_PLass.jpg 347w\" sizes=\"auto, (max-width: 208px) 100vw, 208px\" \/><\/a>Als angehenden P\u00e4dagogen interessieren Michael Pla\u00df gesellschaftliche Strukturen, wobei er interdisziplin\u00e4r vorgeht und P\u00e4dagogik, Psychologie und Soziologie als Grundlagen f\u00fcr seine Diskursanalyse zur Sozialisation in Regenbogenfamilien heranzieht. Dabei interessiert ihn vor allem die Frage, warum ausnahmslos alle Diskursstr\u00e4nge von einer Konzentration &#8220;auf m\u00f6glich Defizite in Regenbogenfamilien gegen\u00fcber den traditionellen&#8221; durchzogen sind. Gerade Regenbogenfamilien wohlmeinend gegen\u00fcberstehende Forscher_innen scheinen einem Rechtfertigungsdruck zu unterliegen, der sie die heteronormativen Ordnungen unserer Gesellschaft als gegeben akzeptieren l\u00e4sst. Defensiv seien die Diskursstr\u00e4nge vor allem deshalb, weil sie &#8220;sich permanent darum drehen, Vorurteile zu widerlegen, anstatt in einer offensiven Haltung eigene Akzente zu setzen&#8221;. So wird die heterosexuelle Elternschaft zur &#8220;goldenen Messlatte&#8221; f\u00fcr alle zentralen Fragen. Sind Homosexuelle gute oder schlechte Eltern? Wie sieht es mit der Rollenverteilung aber auch mit den Rollenvorbildern bei gleichgeschlechtlichen Elternpaaren aus? Kommt es bei Kindern homosexueller zu St\u00f6rungen der Geschlechtsidentit\u00e4t &#8211; nat\u00fcrlich aus dem heteronormativen Blickwinkel betrachtet. Letztlich geht es immer um die Frage &#8220;normal\/anormal&#8221;; und dabei ist der Standpunkt entscheidend. Zum Abschluss seiner Analyse stellt Michael Pla\u00df eine entscheidende Frage: &#8220;Kann die Defizit-Diskussion beendet werden, solange die Grundstruktur der mitteleurop\u00e4ischen Gesellschaft heteronormiert ist?&#8221; Eine eindeutige Antwort darauf l\u00e4sst sich nicht so einfach geben, Ziel der p\u00e4dagogischen Wissenschaft muss es aber sein, Menschen nicht durch Reglementierungen zu hierarchisieren.<br \/>\n<strong>Michael Pla\u00df: Diskursanalyse zur Sozialisation in Regenbogenfamilien. Homosexualit\u00e4t und Heteronormativit\u00e4t. M\u00fcnster: LIT Verlag 2012 (=Reform und Innovation. Beitr\u00e4ge p\u00e4dagogischer Forschung, 21),<\/strong> erh\u00e4ltlich bei <a href=\"http:\/\/www.loewenherz.at\/index_lw_nr.php?LWNR=8904\">L\u00f6wenherz<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\t\t\t\t<![CDATA[]]>\t\t<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[267,271],"tags":[],"class_list":["post-11156","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-qwien-books","category-literature-archive","grve-entry-item","grve-blog-item"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Leselust I - Blog - Qwien - Zentrum f\u00fcr queere Geschichte<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.qwien.at\/en\/qwien-books\/leselust-i\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"en_US\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Leselust I - 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