Queer History Day 2016
11. März 2016 – 10:22 | Kein Kommentar

Der 3. Queer History Day (QHD) findet am 9. April 2016 im Tagungszentrum der Aidshilfe Wien, Gumpendorfer Gürtel  4, 1060 Wien, statt.
Der QHD 2016 wird wieder in Zusammenarbeit mit der Lehrveranstaltung „Grundkurs Fachdidaktik“ am …

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Queer History Day 2016
11. März 2016 – 10:22 | Kein Kommentar

Der 3. Queer History Day (QHD) findet am 9. April 2016 im Tagungszentrum der Aidshilfe Wien, Gumpendorfer Gürtel  4, 1060 Wien, statt.

Der QHD 2016 wird wieder in Zusammenarbeit mit der Lehrveranstaltung „Grundkurs Fachdidaktik“ am Institut für Geschichte der Universität Wien stattfinden. Wir setzen die Aufbauarbeit der letzten Jahre fort und intensivieren die Vernetzung junger akademischer Forschung mit Lehrer_innen und historisch Interessierten. Als Teil der Initiativen, die am Bildungskatalog der „Akademie der Vielfalt“ mitgearbeitet haben, möchten wir unser Angebot noch attraktiver gestalten, weshalb wir 2016 den QHD erstmals mit einem Eröffnungsvortrag starten.

Die Teilnahme am QHD ist kostenlos, eine Anmeldung ist erforderlich: qhd@qwien.at

Martin Lücke

Martin Lücke, Berlin

11.00 – 11.45 : Keynote Lecture

Martin Lücke (Professor für Didaktik der Geschichte an der Freien Universität Berlin): Sexuelle Vielfalt im Handlungsfeld Schule. Konzepte aus Erziehungswissenschaft und Fachdidaktik

Der Umgang mit geschlechtlicher und sexueller Vielfalt gewinnt in bildungspolitischen und wissenschaftlichen Debatten zunehmend an Bedeutung. Noch immer werden nicht-heteronormative Lebensweisen abgewertet – mit weitreichenden Folgen für die individuelle Identitätsentwicklung der Jugendlichen. Einen wertschätzenden Umgang mit vielfältigen Identitäten und Lebensweisen zu ermöglichen, stellt pädagogisch Agierende jedoch vor besondere Herausforderungen.

12.00 – 12.45:  Kurzvorträge zu den Workshops

– Markus Pusnik (Verein Ausgesprochen!): Vielfalt im Schulhaus ist sichtbar! Reflexionen zur Chronologie einer Plakatkampagne

„Vielfalt im Schulhaus ist sichtbar. Eine Spurensicherung“ Unter diesem Titel hat der Verein AUSGESPROCHEN! LGBTI* Lehrer*innen in Österreich den schulischen Alltag auf Momente der Abweichungen der heterosexuellen Norm untersucht und mittels fotografischer Vignetten betont deutlich fokussiert. Die Ergebnisse der Recherche wurden im Oktober 2015 als Plakatserie präsentiert. In weiterer Folge sollten die Plakate an alle Wiener Schulen ausgesendet werden, um dort zur wertschätzenden Bewusstwerdung von LGBTI* beizutragen. Wesentlich an der Kampagne war diese Idee: Von Lehrenden für Lehrende. Schließlich beginnt die Sensibilisierung für LGBTI* Agenden nicht zuletzt in den Lehrer*innenzimmern.

Der Vortrag von Markus Pusnik widmet sich dem Versuch, die Ereignisse, welche sich seit der Präsentation der Plakate ereignet haben, chronologisch und auch kritisch aufzuarbeiten. Erzählt und geordnet wird so eine Geschichte von Abwehr, Widerstand, Protest und Nichtzuständigkeiten – aber auch, und das ist zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht abzuschätzen, von einem kooperativen und erfolgreichen Abschluss der Plakatkampagne.

 – Johanna Taufner (QWIEN): Aktuelle Erinnerungsdiskurse zum Gedenken an homosexuelle Opfer des Nationalsozialismus

Im „Gedankenjahr“ 2005 luden der Kulturstadtrat Mailath-Pokorny und Frauenstadträtin Sonja Wehsely zu einer Pressekonferenz, um die Öffentlichkeit über einen bereits ausgeschriebenen Wettbewerb für ein „Mahnmal für homosexuelle und transgender Opfer des Nationalsozialismus“ zu informieren. Obwohl man sich bereits ein Jahr später auf einen Siegerentwurf einigte, musste das Projekt 2009 wegen „unlösbarer technischer Probleme“ eingestellt werden. 2014 wurde mit der Tagung „Gedenken neu gedacht – Wien gedenkt vergessener Opfer“ die Umsetzung des  Mahnmals-Projektes erneut aufgenommen.

Der Vortrag setzt sich mit der Frage auseinander, inwiefern sich der Diskurs über die Errichtung eines Mahnmals für homosexuelle und transgender NS-Opfer in Wien in den letzten zehn Jahren verändert hat. Im Workshop werden temporäre Installationen in Wien, die den homosexuellen Opfern gewidmet wurden, diskursanalytisch untersucht.

12.45 – 13.30: Mittagspause

13.30 – 14.15: Kurzvorträge zu den Workshops

– Johann Kirchknopf (Universität Wien): Was heißt „homosexuell“ vor Gericht? Die Definierung homosexueller Handlungen durch Gerichte in Österreich im 20. Jahrhundert

Im 20. Jahrhundert erreichte die Strafverfolgung homosexueller Handlungen durch das NS-Regime ihren grausamen Höhepunkt in der jüngeren Geschichte, und ebenso ihr Ende – jedenfalls wurde 1971 das Totalverbot aufgehoben. Der Straftatbestand, der dieser Verfolgung zugrunde lag, definierte jedoch keine Handlungen und war über den Zeitraum von beinahe 120 Jahren im Wortlaut unverändert geblieben: § 129 I b des Strafgesetzes von 1852 definierte als ein Verbrechen „Unzucht wider die Natur […] mit Personen desselben Geschlechts“ (RGBl. 117/1852, S. 521). Im Vortrag wird die schwankende und teilweise sogar widersprüchliche Rechtsprechungspraxis des Obersten Gerichtshofs thematisiert und kritisch beleuchtet. Im anschließenden Workshop werden anhand von Auszügen aus Gerichtsakten Beispiele der praktischen Anwendung des Gesetzes durch Gerichte diskutiert.

– Manuela Bauer (QWIEN)/Christopher Treiblmayr (Universität Wien): „Warme“ vor Gericht. Fragen der Selbst- und Fremddefinition Homosexueller in Prozessen der NS-Zeit

Der Werkstattbericht stellt erste Ergebnisse eines bei QWIEN laufenden Projekts vor, das die bislang umfassendste Bestandsaufnahme der Eigen– und Fremdwahrnehmungen von Homosexualitäten in Österreich während der NS-Herrschaft erarbeiten will. Aufbauend auf zwei Vorgängerprojekten sollen dabei die Akten von 1.400 wegen homosexueller Handlungen beschuldigter Männer und Frauen ausgewertet werden, wobei der quellenkritische Umgang mit Verfolgungsdokumenten eine besondere Herausforderung darstellt.

14.30 – 16.00: Workshops zu den Themen der Kurzvorträge

16.00 – 16.30: Berichte aus den Workshopgruppen

Der Queer History Day wird unterstützt von:

MA17_Balken

Tagung: 45 Jahre ‚Kleine Strafrechtsreform‘ – Call for Papers
17. Januar 2016 – 20:21 | Kein Kommentar

Am 23. Juni und 24. Juni 2016 wird im Juridicum eine Tagung zum 45-Jahr-Jubiläum der sogenannten „Kleinen Strafrechtsreform“ stattfinden, mit der einvernehmliche homosexuelle Handlungen zwischen Erwachsenen entkriminalisiert wurden.
Die Tagung hat zum Ziel, historische Aspekte der Strafverfolgung wegen …

Ines Rieder 1954 – 2015
7. Januar 2016 – 11:23 | Kein Kommentar
Ines Rieder 1954 – 2015

Ines ist nicht mehr. Die Historikerin, Journalistin und Autorin Ines Rieder starb unerwartet in den frühen Morgenstunden des 24. Dezembers 2015. Ein Nachruf von Andreas Brunner
Noch vor wenigen Wochen saßen wir beisammen und plauderten über …

Biografie eines „Heldenmädchens“
10. November 2015 – 12:31 | Kein Kommentar
Biografie eines „Heldenmädchens“

Als Frau drang sie in eine Männerdomäne ein und verschrieb sich dem Kriegshandwerk: Viktoria Savs. Die Rekonstruktion ihrer Biografie las für QWIEN Manuela Bauer.
Wie wird aus einem naiven, patriotischen Mädchen, das eigentlich immer lieber ein …

Historiker_innen-Tagung in Berlin
19. Oktober 2015 – 13:17 | Kein Kommentar
Historiker_innen-Tagung in Berlin

Vom 25. bis 27. September 2015 fand in Berlin die Jahrestagung des Fachverbands Homosexualität und Geschichte (FHG) statt. Christopher Treiblmayr nahm an ihr teil.
Seit der Gründung 1992 vernetzten sich im Fachverband Homosexualität und Geschichte Historiker_innen, …

König Phantasus
15. Oktober 2015 – 08:09 | Kein Kommentar
König Phantasus

Der Titel seines König-Ludwig-Romans König Phantasus könnte auch als Titel der Biografie von Emil Mario Vacano dienen. Wolfram Setz hat sich auf eine Spurensuche begeben und die Biografie des vermeintlich homosexuellen Schriftstellers Emil Mario Vacano …

Schweizer Frauenleben
22. September 2015 – 13:08 | Kein Kommentar
Schweizer Frauenleben

Elf frauenliebende Frauen jenseits der siebzig porträtiert Corinne Rufli in ihrem kürzlich in Wien mit großem Erfolg präsentierten Interviewbuch. Es ist absolut lesenswert.
Die 78-jährige Berti, die die ein Jahr jüngere Elisabeth seit über vierzig Jahren …

Des Dichters Haus
18. September 2015 – 20:58 | Kein Kommentar
Des Dichters Haus

Im niederösterreichischen Kirchstetten wurde die Gedenkstätte für den britisch-amerikanischen Dichter Wystan Hugh Auden neu gestaltet wieder eröffnet. Ein Bericht für eine empfehlenswerte Reise und zwei Buchtipps von Andreas Brunner
Wenn ich bei meinen Stadtführungen in der …

Gleichberechtigung der Empfindungen
14. September 2015 – 19:03 | Kein Kommentar
Gleichberechtigung der Empfindungen

Zu Ehren ihres 80. Geburtstags laden die Wienbibliothek im Rathaus und QWIEN die renommierte Literaturwissenschaftlerin Marita Keilson-Lauritz zu einem Vortrag über den vergessenen Schriftsteller Eduard Kulke ein, der auch eine Wiederentdeckung für die queere Musik- und …

Digitale Erinnerungskultur in Wien: „Memory Gaps“ von Konstanze Sailer
26. August 2015 – 10:08 | Kein Kommentar
Digitale Erinnerungskultur in Wien: „Memory Gaps“ von Konstanze Sailer

Die bildende Künstlerin Konstanze Sailer weist von April bis Dezember 2015 Erinnerungslücken („Memory Gaps“) im Wiener Gedächtnis und Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus aus. In der Verschränkung von digitaler und analoger Präsenz, historischer und aktueller Relevanz …

Grenzen der Informationsfreiheit
27. Juli 2015 – 13:31 | Kein Kommentar
Grenzen der Informationsfreiheit

Eine Tagung zum Datenschutz- und Archivrecht zeigt die begrenzten Möglichkeiten der Zeitgeschichtsforschung auf.
Es mag ja Studierende der Geschichtswissenschaften geben, die nie ein Archiv von innen gesehen haben, weil sie fest der Meinung sind, dass es …