Nach zwei Projekten zur Geschichte von Lesben in den 1950er Jahren von Stefanie van Felten und Ines Rieder präsentiert QWIEN nun zwei weitere Projekte, die aus Mitteln des Queeren Kleinprojektetopfs der MA 17 gefördert wurden, …
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Das QWIEN-Team liest für Sie aktuelle Neuerscheinungen aus der schwul/lesbischen Belletristik und Fachliteratur.
Was läuft kulturell in Wien und auf der Welt? Über Filme, Theater, Kunst, Musik, Ausstellungen, Wissenschaft und mehr.
Historische Spaziergänge durch das schwule und lesbische Wien. Aktuelle Termine, Routen, Infos für Gruppen.
“Was gibt es Neues?” Termine und Ankündigungen ausgewählter Veranstaltungen, Diskussionen, Lesungen …
Seit 2007 arbeitet QWIEN – Zentrum für schwul/lesbische Kultur und Geschichte am Aufbau eines Archivs und einer Bibliothek für die Geschichte von Schwulen und Lesben in Wien. Damit steht ForscherInnen eine Dokumentationsstelle mit in Österreich einzigartigen oder anderweitig schwer zugänglichen Materialien zur Verfügung. Schwerpunkt der eigenen Forschungstätigkeit ist die Verfolgung von Schwulen und Lesben in der NS-Zeit. Daneben ist aber die Verankerung schwul/lesbischer Geschichte in der historischen Erzählung über Wien seit jeher ein besonderes Anliegen von QWIEN, die regelmäßigen Stadtspaziergänge von QWIEN dienen zur Popularisierung der verschütteteten und verdrängten Geschichte homosexueller WienerInnen.
Im Jahr 2011 wurden folgende Projekte umgesetzt:
1. Forschungspraktikum am Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte
Thema: Homosexualität und Strafrecht in Österreich 1933-1945: Historische und identitätsgeschichtliche Fragestellungen anhand von erhaltenen Strafakten
Im Herbst/Winter-Semester 2011/12 hielt QWIEN mit einem Archivpraktikum die erste Lehrveranstaltung am Institut für Geschichte der Universität Wien ab, die sich mit dem Schicksal von Homosexuellen in der NS-Zeit auseinandersetzte. “Homosexualität und Strafrecht in Österreich 1933-1945: Historische und identitätsgeschichtliche Fragestellungen anhand von erhaltenen Strafakten”, so der Titel der Lehrveranstaltung, widmete sich dieser bislang in der akademischen Forschung in Österreich wenig beachteten Opfergruppe der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Die Lehrveranstaltung war ein erster Schritt zu einer Grundlagenforschung, die Klarheit in diese nur bruchstückhaft aufgearbeitete Vergangenheit bringen soll.
Die Analyse erhaltener Strafakten aus den Beständen des Wiener Stadt- und Landesarchivs waren die Ausgangsbasis für die Erforschung individueller Schicksale, die Funktion und Arbeitsweise der Verfolgungsinstanzen, identitätsgeschichtlicher Fragestellungen sowie die Behandlung schwul/lesbischer Opfer in der Nachkriegszeit.
Da die Studierenden auch in den Räumlichkeiten von QWIEN betreut wurden, wurden im Sommer die Räumlichkeiten für diese baulich adaptiert – Schaffung von Arbeitsplätzen, neue Archivregale, neuer zentraler Computerarbeitsplatz.
2. Sonderprojekt Wieden800
Das erste Halbjahr 2011 stand ganz im Zeichen des Sonderprojekts Wieden800, für das vor allem Andreas Brunner als hauptverantwortlicher Autor und Guido Prodinger als Assistent der Produktion tätig waren. Die Erstellung des aufwändig gestalteten 100-seitigen Magazins wurde mit Mitteln aus dem Bezirksbudget finanziert, der Druck wurde mit Inseraten frei finanziert.
Selbstverständlich war unser Kernthema (schwul/lesbische Geschichte) auch Teil des Projekts Wieden800, aber wie es unser grundsätzliches Anliegen ist, als Teil einer breiten Darstellung von Stadtgeschichte. Nur über die Einbettung in die Geschichte der Stadt Wien lässt sich schwul/lesbische Geschichte wahrhaftig erzählen.
Mit dem Projekt Wieden800 ist es Zentrum QWIEN gelungen sich als Organisation im Bezirk vorzustellen und als Forschungsstelle für die Geschichte der Stadt Wien zu etablieren. Das Projekt wurde zusätzlich zur allgemeinen Tätigkeit von QWIEN finanziert und durchgeführt. Das 100-seitige Magazin und die Spaziergänge gibt es auch online: www.wieden800.at
3. Weitere Forschungsvorhaben
- Verdrängtes Unrecht II
Die Fortsetzung des bereits 2008 begonnen Projekts Verdrängtes Unrecht, bei dem – mitfinanziert vom Nationalfonds für die Opfer des Nationalsozialismus – die Verfolgung von Schwulen und Lesben ab 1938 im Zentrum steht. Der 2. Teil des Forschungsprojekts, stellt exemplarische schwul/lesbische Schicksale in der NS-Zeit ins Zentrum. Fertigstellung: Frühjahr 2012.
- Geförderte Projekte aus dem Queeren Kleinprojektetopf
Zentrum QWIEN stellt seine Infrastruktur ForscherInnen zur Verfügung, die aus dem Queeren Kleinprojektetopf gefördert wurden:
* Queer Bodies – Körper Abseits der Norm: Veranstaltungen im Herbst 2011, Abschlussbericht Frühjahr 2012 (Projekteverantwortliche: Sara Ablinger)
* Auch das war Dorothea Neff. Lesbische Solidarität in der NS-Zeit: Veranstaltungen im Herbst 2011 (Projektverantwortliche: Ines Rieder)
* Evaluation des aktuellen Forschungsstandes (2011) “Gewalt unter männlichen Homosexuellen”: Durchführung Herbst 2011/Winter 2012, Abschlussbericht Frühjahr 2012 (Projektverantwortlicher: Joachim Losehand)

Ein Porträt des schwulen Bruders von Kaiser Franz Joseph, Erzherzog Ludwig Viktor, das uns von einem Sammler zur Verfügung gestellt wurde.
- Teilnahme an der Österreichischen Männertagung in Graz
Leitthema Diversität von Männlichkeit
- Teilnahme an der Fachkonferenz Regenbogenfamilien – Kinder in gleichgeschlechtlichen Familien. Herausforderungen und mögliche Wege für Gesellschaft, Pädagogik und Community veranstaltet von der Wiener Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen.
- Eine Veranstaltung fällt jährlich etwas aus unserem wissenschaftlichen Rahmen: Bereits zum dritten Mal präsentierte QWIEN einen Film auf dem Filmfestival für Menschenrechte THIS HUMAN WORLD. Diesmal stand mit Rosa von Praunheims Dokumentation Rent Boys/Die Jungs von Bahnhof Zoo der männliche Körper als Ware im Mittelpunkt, sehr angeregt war daher nach ausverkaufter Vorstellung im Schikaneder Kino auch die nachfolgende Diskussion.
4. Stadtspaziergänge
Neben regelmäßigen Spaziergängen zum Schicksal von Schwulen und Lesben in der NS-Zeit, erkundete QWIEN Guide 2011 auch den Zentralfriedhof und die innerstädtischen Bezirke um den Naschmarkt. Seit 2009 finden im Juni an der Universität Wien Regenbogenführungen statt, die sich bei unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen (Strafrechtsgeschichte, Medizingeschichte) mit Homosexualität und Wissenschaft auseinandersetzen.
Im Juli 2011 brachte die ORF Sendung Sommerzeit einen Bericht über die schwul/lesbischen Stadtführungen von QWIEN Guide. Unter folgendem Link ist der Beitrag zu sehen.
5. Archiv und Bibliothek
Im Jahr 2011 konnten von QWIEN Archiv eine Reihe von kleineren und größeren privaten Schenkungen übernommen aber auch wichtige Ankäufe für die wissenschaftliche Bibliothek getätigt werden. Mit einer Sonderförderung des Bundesministerium für Arbeit, Soziales und KonsumentInnenschutz konnten wichtige Werke der aktuellen sozialwissenschaftlichen Forschung über Homo- und Transsexualität angekauft werden. Ein arbeitsintensiver Teil unserer Tätigkeit ist die Aufnahme unserer Bestände in die Datenbank von QWIEN. Die Recherche ist zur Zeit nur vor Ort möglich, eine Onlineversion unseres Katalogs ist allerdings geplant.
Daneben beginnen wir mit der Digitalisierung wichtiger schwul/lesbischer Medien wie den Lambda Nachrichten, die 2012 zur Volltextrecherche zur Verfügung stehen sollen.
6. Website
Seit März 2011 ist die neue Website www.qwien.at online. Neben Rezensionen aktueller Erwerbungen für unsere Bibliothek informieren wir auf unserer Website über eigene Veranstaltungen und wichtige kulturelle Ereignisse.
Regenbogenführungen zur Geschichte der Homosexualität an der Universität Wien
Pünktlich zum Start der Vienna Pride – heuer unter dem Motto Born this Way – wird am Dienstag, 12. Juni 2012, wieder die Regenbogenfahne am Hauptgebäude der Universität Wien gehisst.
In den folgenden Tagen sowie am Tag der Regenbogenparade, die am 16. Juni am Rathausplatz startet, einmal um den gesamten Ring – und dabei auch am Hauptgebäude – vorüber zieht, lädt die Universität Wien wieder zu den schon traditionellen Regenbogenführungen.
Der akademische Diskurs über Homosexualität an der Wiener Universität begann im 19. Jahrhundert, wobei in der Forschung lange Zeit nur männliche Homosexualität Thema der Auseinandersetzung war. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden Frauen zum Studium an der Universität Wien zugelassen, doch änderte sich am Diskurs über Homosexualität bis in die 1980er Jahre wenig: Eine Theorie zur männlichen Homosexualität wurde gerne durch Analogisierung auch auf die weibliche Homosexualität angewandt. Wird mit queerer Theorie ein neuer akademischer Weg beschritten? Historisch waren Jus, Medizin, die aus ihr hervorgegangene Sexualwissenschaft, und Psychologie die zentralen Felder der wissenschaftlichen Beschäftigung mit Homosexualität. Heute sind es vor allem die Kulturwissenschaften, in denen sich queere Forschungsansätze durchzusetzen beginnen.
In diesem Spannungsfeld bewegt sich der Rundgang durch das Gebäude der Universität Wien, der gemeinsam mit dieser von QWIEN – Zentrum für schwul/lesbische Kultur und Geschichte entwickelt wurde. Wie bereits in den vergangenen drei Jahren wird auch heuer wieder der Historiker und geprüfte Fremdenführer Andreas Brunner den Rundgang führen.
Folgende Termine stehen zur Auswahl – heuer gibt es erstmalig auch einen Rundgang in englischer Sprache:
Mittwoch, 13. Juni 2012 | 15.00 Uhr
Donnerstag, 14. Juni 2012 | 11.00 Uhr
Freitag, 15. Juni 2012 | 16.30 Uhr (englisch)
Samstag, 16. Juni 2012 | 11.00 Uhr
Dauer: ca. 60 min.
Treffpunkt: Beim Portier in der Aula / Haupteingang (Dr.-Karl-Lueger-Ring 1, 1010 Wien)
Preise: Führungsbeitrag EUR 5,–
Führungsbeitrag ermäßigt* EUR 3,–
Führungsbeitrag für UNI-MitarbeiterInnen KOSTENLOS
* (Ermäßigungen für Studierende, SchülerInnen, Zivil- und Grundwehrdiener und SeniorInnen)
Online-Anmeldung erforderlich.
Seit 2007 arbeitet QWIEN – Zentrum für schwul/lesbische Kultur und Geschichte am Aufbau eines Archivs und einer Bibliothek für die Geschichte von Schwulen und Lesben in Wien. Damit steht ForscherInnen eine Dokumentationsstelle mit in Österreich …
Nach zwei Projekten zur Geschichte von Lesben in den 1950er Jahren von Stefanie van Felten und Ines Rieder präsentiert QWIEN nun zwei weitere Projekte, die aus Mitteln des Queeren Kleinprojektetopfs der MA 17 gefördert wurden, …
Qwien empfiehlt folgende Diskursveranstaltung:
QUEER ART, ein Vortrag von Renate Lorenz
22.05.2012, 18.00 h
Akademie der bildenden Künste Wien, Schillerplatz 3, 1010 Wien, M13
Vortrag veranstaltet vom Institut für das künstlerische Lehramt und dem Institut für Kunst- und Kulturwissenschaften …
ÖH-Uni-Wien-Topf zur Förderung feministischer/queerer Nachwuchswissenschafter*innen
Die ÖH Uni Wien fördert wissenschaftliche Auseinandersetzung mit feministischen/queeren Themen. Um Förderung ansuchen können Nachwuchswissenschafter*innen (Studierende), die queere/feministische wissenschaftliche Arbeiten verfassen oder queere/feministische wissenschaftliche Projekte durchführen. Die ÖH Uni Wien unterstützt …
Wer ist Adrienn Kiss?
eine visuelle Künstlerin. Hat 2008 an der Akademie der Bildenden Künste Wien in der Klasse von Prof. Gunter Damisch in Grafik & Malerei diplomiert. Arbeitet meistens mit dem Medium Zeichnung und …
Sein frühes Lebensende im Jahr 1942 änderte nichts an der Angst, die allein sein Name verbreitete: Reinhard Heydrich, einer von Hitlers brutalsten Karrieristen, wurde zum Thema einer präzisen und lesenswerten Biografie. Robert Gerwarth analysiert darin …
FrauenSommerUniversität Wien (19. bis 22. September 2012)
Der Call läuft noch bis zum 3.6.2012 – Wir freuen uns auf eure Beiträge!
Feminismen leben
Den Feminismus gibt es nicht. So vielfältig wie die Lebensrealitäten von Frauen sind auch feministische …
http://radicalqueer.blogsport.eu/
1. Vorbereitungstreffen zur Budapest Pride 2012
Dienstag, 15. Mai 2012, 19 Uhr
W23, Wipplingerstraße 23, 1010 Wien
“Auch heuer ist wieder angedacht, Busse von Wien nach Budapest zu
organisieren, um Menschen aus Wien/Österreich die Teilnahme an der
Budapest …
Die renommierte feministische Autorin und Aktivistin Eva Kollisch erhält den diesjährigen Theodor Kramer Preis für Schreiben im Widerstand und im Exil.
Vierzehnjährig wurde Eva Kollisch im Juli 1939 mit einem Kindertransport nach Großbritannien gerettet, von wo …
Rebecca Chalker hat eine lesenswertes Buch über die Klitoris geschrieben.
Der erste Blick auf´s Buch und ich dachte “och schon wieder ein Buch über die Klitoris!” Was hab ich mir nur gedacht! Erstens: es gibt noch …
Vorlesung von Albert Knoll im Rahmen der Ringvorlesung Frauen- und Geschlechtergeschichte des Nationalsozialismus an der Universität Wien
Albert Knoll, Leiter des Archivs der KZ-Gedenkstätte Dachau, ist ein ausgewiesener Experte, schon seit mehr als einem Jahrzehnt forscht …