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Gewalt unter männlichen Homosexuellen (FG1)

Forschungsgruppe 1: „Gewalt unter männlichen Homosexuellen“
Koordination: Joachim Losehand

Projektbeschreibung (Kurzfassung)
Wenn nicht schon das Programm, so hat der Eröffnungs-Vortrag von Constance Ohms auf der Konferenz „Tabu² – Gewalt in gleichgeschlechtlichen Beziehungen“ (am 16.11.10 in Wien) deutlich gemacht: Gewalt unter homosexuellen Männern ist in den Gender Studies nach wie vor eine Leerstelle, ist ein – wie man so schön sagt: Desiderat der Forschung.

Im internationalen, europäischen (nicht-)deutschsprachigen Raum ist Gewalt in lesbischen Beziehungen bzw. ist Gewalt unter homosexuellen Frauen nicht zuletzt durch die Studien von Constance Ohms ein wissenschaftlich empirisch wie theoretisch valides Thema (geworden), in den Vereinigten Staaten gibt es mit den „National Coalition of Anti-Violence Programs (NCAVP) Reports“ bereits entsprechendes Grundlagenmaterial.

Ein Forschungsprojekt zu „Gewalt männlichen Homosexuellen“ muß sowohl interdisziplinär angelegt sein, als auch Erkenntnisse der Gewalt- und Konfliktforschung in im weitesten Sinne „Beziehungen“ unter heterosexuellen Männern berücksichtigen, insofern homosexuelle Männer in einer heterosexuell normierten Welt aufwachsen und leben – und damit Rituale, Verhaltensweisen im Umgang „unter Männern“ erfahren und erlernen.

Aber nicht nur Gewalt als unmittelbare Methode der Konflikt“lösung“, auch die (künstlerische) Ästhetisierung von Gewalt und das Themenfeld „Sexualität bzw. Pornographie und Gewalt“, Dominanz und Unterwerfung in Beziehungen zwischen Männern müssen grundlegend der wissenschaftlichen Beschäftigung mit „Gewalt unter homosexuellen Männern, Transgendern und Transsexuellen“ vorausgehen.

Dabei soll in der Folge nicht allein auf das Modell fester Partnerschaften zwischen homosexuellen Männern, Transgendern und Transsexuellen fokussiert werden, sondern jede Art von Beziehung (Kontakte bzw. Interaktion) Untersuchungsgegenstand werden.

Projekte der Forschungsgruppe:

1) Dokumentation und Evaluation des Forschungsstands: (Losehand)
Die im Rahmen des „Queeren Kleinprojektetopfs“ geförderte „PHASE 1“ hat zum Ziel, den wissenschaftlichen theoretischen wie empirischen Forschungsstand zu „Gewalt unter männlichen Homosexuellen“ aufzuarbeiten, zu dokumentieren und zu evaluieren. Hierbei handelt es sich um den ersten Schritt jeder wissenschaftlichen Arbeit, deren Ergebnisse dazu geeignet sein sollen, bisherige theoretische Überlegungen, Methodenansätze und empirische Ergebnisse aus Österreich, Europa und weltweit sowohl mittels einer bibliographischen Datenbank als auch einem abgeschlossenen Forschungsbericht der an diesem Thema interessierten (Fach-)Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen und somit weitere Forschungen anzuregen. (Zeitraum: 1. September 2011 – 31. Jänner 2012)

2) Gewalt im gleichgeschlechtlichen Kontext antiker Mythologie (Losehand)