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Jahrestagung des Fachverbands Homosexualität und Geschichte in Wien

Verfasst von am 26. Juli 2012 – 08:31Kein Kommentar

Erstmals findet die Jahrestagung des seit 1992 bestehenden Fachverbands Homosexualität und Geschichte (FHG) in Wien statt. QWIEN – das Zentrum für schwul/lesbsiche Kultur und Geschichte lädt WissenschaftlerInnen aus dem deutschsprachigen Raum zum Erfahrungsaustausch und zu Vorträgen, die sich – und das ist besonders erfreulich – zu einem überwiegenden Teil mit der Geschichte von Schwulen und Lesben in Österreich beschäftigen werden. Außerdem stellt QWIEN im Rahmen dieser Tagung auch ein Forschungsprojekt vor, das die bis heute nur in Ansätzen erforschte Verfolgung von Schwulen, Lesben und Transgender in der NS-Zeit in Wien zum Thema hat. Da die rot-grüne Stadtregierung ein Mahnmal für die homosexuellen und transgender Opfer des Nationalsozialismus plant, sollte man wissen, wessen man überhaupt gedenken soll. Dies sollte sich nach dem auf ca. zwei Jahre geplanten Forschungsprojekt von QWIEN ändern.

Freitag 28. September, 18.00 Uhr

Eröffnung in Zusammenarbeit mit der WASt (Wiener Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen) im Wappensaal des Wiener Rathauses

Begrüßung: SRin Sandra Frauenberger

Eröffnungsvortrag von Andreas Brunner & Hannes Sulzenbacher: „Namentliche“ Erfassung der homosexuelle und transgender Opfer des Nationalsozialismus in Wien

Ort: Rathaus Wien, Wappensaal, Eingang Lichtenfelsgasse

Eintritt frei

Samstag 29. September, 9.30 – 15.30 (inkl. Mittagspause)

Tagung im Wiener Aidshilfe-Haus mit fünf Vorträgen zu Homosexualität und Geschichte:

– Johann Kirchknopf (Wien)

Verfolgungsintensität und -massnahmen gegen lesbische Frauen in Wien während der NS-Zeit

In der Forschung zur Homosexuellenverfolgung durch das NS-Regime ist umstritten, inwiefern lesbische Frauen davon betroffen waren. Als gesichert scheint nur, dass die Verfolgung lesbischer Frauen nicht in gleicher Form und nicht in gleichem Umfang stattgefunden hat wie die Verfolgung schwuler Männer. Ich werde zeigen, dass in Wien lesbische Frauen sehr deutlich betroffen waren von der NS-spezifischen Homosexuellenverfolgung. Die Ausweitung des Straftatbestandes wie auch die Intensivierung des Verfolgungsdrucks führten dazu, dass die Anzahl der strafrechtlich verfolgten Frauen enorm anstieg. Besonders auffallend dabei aber ist, dass auch der Anteil der Frauen an den wegen homosexueller Handlungen gerichtlich verfolgten Personen im Verlauf der NS-Herrschaft deutlich höhere Werte erreichte als in den Jahren davor.

– Ines Rieder (Wien)

Aktenlesen: 1946-1959, Lesben im Visier der Wiener Justiz

Das Wiener Stadt- und Landesarchiv ist einer der wenigen Orte Österreichs, der Einsicht in den Umgang der Gesellschaft mit Lesben in der Zeit des Totalverbots gewährt. Durch die vorurteilsbelastete Linse der Justiz können wir einen auszugshaften Einblick in das Leben und Leiden lesbischer Frauen gewinnen.

– Christopher Treiblmayr (Wien)

„Im Dienste der Menschheit“. Die Österreichische Liga für Menschenrechte und ihr Verhältnis zu Homosexualität seit den 1920er Jahren

Der Vortrag stellt Teilergebnisse eines Forschungsprojekts zur Geschichte der Österreichischen Liga für Menschenrechte vor, die 1926 gegründet wurde und somit die älteste Menschenrechtsorganisation Österreichs ist. Ihrem universellen Anspruch gemäß äußerte sich die Liga insbesondere ab den 1950er Jahren immer wieder zu Homosexualität, wobei sich sexualreformerische Traditionslinien bis in die Zwischenkriegszeit ziehen lassen.

– Hans-Peter Weingand (Graz)

Vom Feuertod zu einem Monat Gefängnis. Die Auswirkungen der Strafrechtsreform Josephs II. vor 225 Jahren auf die Bestrafung gleichgeschlechtlicher sexueller Handlungen in Österreich auf Basis neuer Aktenfunde

Die Diskussion zum Strafgesetz von 1787 spiegelte die Bandbreite wieder, wie der Aufklärung verpflichtete Juristen gleichgeschlechtliche sexuelle Handlungen bewerteten bzw. welche Rechtsgüter sie dadurch als verletzt erachteten. Denn nach religiösen Vorstellungen wie „Sünde“ zählten nun rationale und „vernünftige“ Gründe, wie Sexualität zu bewerten war. Bisher galten die Akten zur Strafrechtsreform unter Kaiser Joseph II. durch den Brand des Justizpalastes 1927 als vernichtet. Doch im Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchiv hat sich der Nachlaß von Franz Georg Edler von Kees (1747 – 1799) erhalten, der als zuständiger Referent die jahrelange interne Diskussion und die Änderungen durch den Kaiser selbst genau dokumentiert hat. Am Ende der 1781 begonnenen Debatte, die nun am Beispiel gleichgeschlechtlicher sexueller Handlungen nachgezeichnet werden kann, war aus einem mit Todesstrafe bedrohtem Delikt 1787 ein gering bestraftes Polizeivergehen geworden. Und im Bereich Strafrecht galt Österreich vor 225 Jahren als eines der fortschrittlichsten Länder der Welt.

– Raimund Wolfert (Bremen)

Werkstattbericht: Die Bremer „Homophilenorganisation“ IFLO (Internationale Freundschaftsloge) in Bremen in den 50er Jahren

Die westdeutsche Homophilenbewegung der 1950er und 1960er Jahre samt ihren Vereinen, Verlagen und Zeitschriften ist nach wie vor nur in Ansätzen erforscht. Die Bremer Internationale Freundschaftsloge (IFLO), die von 1951 bis etwa 1961 existierte und zeitweise Tochterlogen im gesamten Bundesgebiet unterhielt, war eine der wichtigsten Vereinigungen für Homosexuelle im Deutschland der Nachkriegszeit, die auch mit ausländischen Gruppen zusammenarbeitete und sich um eine länderübergreifende Koordinierung von Aktivitäten bemühte. Obwohl der Vereinsnachlass bei einem Weserhochwasser Anfang der 1960er restlos zerstört wurde und auch noch keine schwule Stadtgeschichte Bremens geschrieben worden ist, konnten Recherchen zur IFLO im Lauf der letzten Jahre etliche Spuren zur Geschichte der Homosexualität zutage fördern, die bis in die Zeit Karl Heinrich Ulrichs‘ (1825–1895) zurückreichen.

Bericht von der LGBTI Conference in Amsterdam im August 2012

Bericht von Queer Nations

Kurzvorstellung der ersten Projekte der Magnus-Hirschfeld-Stiftung

Ort: Aidshilfe Haus, Mariahilfer Gürtel 4, 1060 Wien

Teilnahme kostenlos, Anmeldung erwünscht: andreas.brunner@qwien.at

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