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QWIEN im Jahr 2012

Verfasst von am 3. April 2013 – 17:51Kein Kommentar

Mit der Bibliothek und dem Archiv von QWIEN steht Forscher_innen eine Dokumentationsstelle mit in Österreich einzigartigen oder anderweitig schwer zugänglichen Materialien zur Verfügung. Schwerpunkt der eigenen Forschungstätigkeit ist die Verfolgung von Schwulen und Lesben in der NS-Zeit. Daneben ist aber die Verankerung schwul/lesbischer Geschichte in der historischen Erzählung über Wien seit jeher ein besonderes Anliegen von QWIEN. Unsere regelmäßigen Stadtspaziergänge dienen zur Popularisierung der verschütteteten und verdrängten Geschichte homosexueller und transidenter Wiener_innen.

Im Jahr 2012 wurden folgende Projekte umgesetzt:

1. Abschluss des Forschungspraktikums am Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte

Thema: Homosexualität und Strafrecht in Österreich 1933-1945: Historische und identitätsgeschichtliche Fragestellungen anhand von erhaltenen Strafakten

Zum Abschluss des Wintersemesters hielten von den Teilnehmer_innen ihre Referate über je einen Strafakt, den sie zur Analyse und Interpretation ausgewählt hatten. Die fertigen Abschlussarbeiten können im Archiv von Zentrum QWIEN für weitere Forschungsarbeiten eingesehen werden.

2. Forschungsprojekt ‚Namentliche‘ Erfassung der homosexuellen und Transgender-Opfer des Nationalsozialismus in Wien

Vorbereitungsphase mit Erarbeitung der Projektziele sowie der Durchführungs- und Budgetplanung; Detailplanung der ersten (und umfangreichsten) Phase der Datenerhebung aus den erhaltenen Strafakten der Wiener Landesgerichte von 1938 bis 1945. Beginn der Entwicklung einer Datenbank auf Basis des Archivprogramms FAUST, sodass eine Verknüpfung der erhobenen Daten mit vorhandenen Quellen und Literatur von Zentrum QWIEN möglich wird. Zweck der Datenbank ist es alle relevanten Daten aus einem Strafakt auch für spätere Auswertungen zu sammeln und damit auch neuen Forschungsprojekten verfügbar zu machen.

3. Weitere Forschungsvorhaben und Präsentationen

– Informationsstand beim Straßenfest Andersrum ist nicht verkehrt in Mariahilf: Vorstellung des Oral History Projekt Ich erinnere mich; 2. Juni, Otto Bauer Gasse

– Informationsstand bei Vienna Pride; 12.-15. Juni, Rathausplatz

– Teilnahme am Kongress Camping on the margins, in dem aktuelle Entwicklungen von Camp, vor allem unter queeren Gesichtspunkten, diskutiert wurden. 20.-22. September, Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft

– Diskussionsleitung bei der Filmpräsentation Her mit den Bildern!, veranstaltet von Kinoki im Rahmen der Wienwoche, 24. September, Schikaneder Kino

– Präsentation Angela Steidele: Die deutsche Literaturwissenschaftlerin Angela Steidele stellte ihre Doppelbiografie von Sybille Mertens und Adele Schopenhauer in der Wiener Bücherei vor. Beide waren eng mit Goethes Schwiegertochter Ottilie befreundet, die als Witwe 1835 in Wien ein uneheliches Kind bekam. Dabei stand ihr die britische Autorin Anna Jameson bei, die Ottilie – wie früher schon Adele – verfallen war. An Hand unveröffentlichter Quellen erzählt Angela Steidele die tabuisierte Geschichte frauenliebender Frauen inmitten der Goethe-Zeit. 11. Oktober 2012, Bücherei Wien

– Gesprächsleitung beim Filmfestival für Menschenrechte This Human World

– Vortragreise: Die Verfolgung von Homosexuellen und Transgender in der NS-Zeit: Auf Einladung von Bundesrat Marco Schreuder hielt QWIEN insgesamt sechs Vorträge zu diesem in der Forschung nach wie vor vernachlässigtem Thema. In Innsbruck, Salzburg, Linz, Graz, Klagenfurt und schlussendlich Wien wurden im Dezember 2012 und Jänner 2013 die aktuellesten Forschungsergebnisse vor allem auf Basis von Wiener Strafakten vorgestellt.

– Publikationen in diversen Medien, u.a. Invertito, Die Stimme (Initiative Minderheiten) und eine regelmäßige historische Kolumne in den Lambda Nachrichten (Zeitschrift der HOSI Wien)

4. Stadtspaziergänge und Führungen:

Neben regelmäßigen Spaziergängen zur Geschichte von Schwulen und Lesben in Wien wurde 2012 auf Anregung des WienTourismus eine Führung im Sisi-Museum entwickelt: Elisabeth – Kaiserin & Ikone der Schwulen und Lesben entwickelt. Im Leopoldmuseum wurde anlässlich der Ausstellung Nackte Männer eine Spezialführung und ein Vortrag zum Thema „Der homoerotische Blick. Spurensuche nach einer tabuisierten ästhetischen Kategorie“ angeboten. Auch die seit 2009 im Juni an der Universität Wien stattfindenden Regenbogenführungen setzen sich wieder mit unterschiedlichen Aspekten (Strafrechtsgeschichte, Medizingeschichte) von Homosexualität und Wissenschaft auseinandersetzen.

5. Archiv und Bibliothek:

Im Jahr 2012 übergab die HOSI Wien ihr umfangreiches Zeitschriftenarchiv, das Titel ab den frühen 1980er Jahren umfasst, an das Archiv von QWIEN. Mit den Beständen, die QWIEN in den letzten Jahren gesammelt hat, steht damit der Forschung das umfangreichste Archiv an nationalen und internationalen Zeitschriften zum Thema Homosexualität in Österreich zur Verfügung. Zusätzlich gab es eine Reihe kleinerer Schenkungen, die vor allem Materialien zur Geschichte der Schwulen- und Lesbenbewegung in den 1990er abdecken (Entwicklung der Regenbogen Parade, ÖLSF – Österreichisches Lesben- und Schwulen-Forum, Transgender-Bewegung). Die historisch bedeutendste Schenkung ist eine Reihe von Tagebüchern aus den Jahren 1955-2007, in denen sich die schwule Geschichte der Stadt aus einem persönlichen Blickwinkel nachvollziehen lässt.

6. Website

Die Website www.qwien.at wurde ausgebaut und ist neben Aktivitäten auf Facebook das wichtigste Kommunikationstool von QWIEN. Rezensionen aktueller Neuerscheinungen dienen der Information über neue Entwicklungen der Forschungen zu queeren Themen und ermöglichen trotz des kleinen Ankaufsbudgets den kontinuierlichen Ausbau der Bestände der wissenschaftlichen Bibliothek von QWIEN.

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