QWIEN friends

Mit Ihrem Mitgliedsbeitrag bei QWIEN friends unterstützen Sie Ankäufe für die wissenschaftliche Bibliothek von QWIEN.

QWIEN books

Das QWIEN-Team liest für Sie aktuelle Neuerscheinungen aus der schwul/lesbischen Belletristik und Fachliteratur.

QWIEN kultur

Was läuft kulturell in Wien und auf der Welt? Tipps zu Filmen, Theater, Ausstellungen, Kunst, Musik, Wissenschaft und mehr.

QWIEN guide

Historische Spaziergänge durch das schwule und lesbische Wien. Aktuelle Termine, Routen, Infos für Gruppen.

QWIEN forschung

informiert über unsere aktuellen Forschungsprojekte zur schwul/lesbischen Geschichte Wiens und Österreichs

start » QWIEN, QWIEN forschung

Queer History Day 2016

Verfasst von am 11. März 2016 – 10:22Kein Kommentar

Der 3. Queer History Day (QHD) findet am 9. April 2016 im Tagungszentrum der Aidshilfe Wien, Gumpendorfer Gürtel  4, 1060 Wien, statt.

Der QHD 2016 wird wieder in Zusammenarbeit mit der Lehrveranstaltung „Grundkurs Fachdidaktik“ am Institut für Geschichte der Universität Wien stattfinden. Wir setzen die Aufbauarbeit der letzten Jahre fort und intensivieren die Vernetzung junger akademischer Forschung mit Lehrer_innen und historisch Interessierten. Als Teil der Initiativen, die am Bildungskatalog der „Akademie der Vielfalt“ mitgearbeitet haben, möchten wir unser Angebot noch attraktiver gestalten, weshalb wir 2016 den QHD erstmals mit einem Eröffnungsvortrag starten.

Die Teilnahme am QHD ist kostenlos, eine Anmeldung ist erforderlich: qhd@qwien.at

Martin Lücke

Martin Lücke, Berlin

11.00 – 11.45 : Keynote Lecture

Martin Lücke (Professor für Didaktik der Geschichte an der Freien Universität Berlin): Sexuelle Vielfalt im Handlungsfeld Schule. Konzepte aus Erziehungswissenschaft und Fachdidaktik

Der Umgang mit geschlechtlicher und sexueller Vielfalt gewinnt in bildungspolitischen und wissenschaftlichen Debatten zunehmend an Bedeutung. Noch immer werden nicht-heteronormative Lebensweisen abgewertet – mit weitreichenden Folgen für die individuelle Identitätsentwicklung der Jugendlichen. Einen wertschätzenden Umgang mit vielfältigen Identitäten und Lebensweisen zu ermöglichen, stellt pädagogisch Agierende jedoch vor besondere Herausforderungen.

12.00 – 12.45:  Kurzvorträge zu den Workshops

– Markus Pusnik (Verein Ausgesprochen!): Vielfalt im Schulhaus ist sichtbar! Reflexionen zur Chronologie einer Plakatkampagne

„Vielfalt im Schulhaus ist sichtbar. Eine Spurensicherung“ Unter diesem Titel hat der Verein AUSGESPROCHEN! LGBTI* Lehrer*innen in Österreich den schulischen Alltag auf Momente der Abweichungen der heterosexuellen Norm untersucht und mittels fotografischer Vignetten betont deutlich fokussiert. Die Ergebnisse der Recherche wurden im Oktober 2015 als Plakatserie präsentiert. In weiterer Folge sollten die Plakate an alle Wiener Schulen ausgesendet werden, um dort zur wertschätzenden Bewusstwerdung von LGBTI* beizutragen. Wesentlich an der Kampagne war diese Idee: Von Lehrenden für Lehrende. Schließlich beginnt die Sensibilisierung für LGBTI* Agenden nicht zuletzt in den Lehrer*innenzimmern.

Der Vortrag von Markus Pusnik widmet sich dem Versuch, die Ereignisse, welche sich seit der Präsentation der Plakate ereignet haben, chronologisch und auch kritisch aufzuarbeiten. Erzählt und geordnet wird so eine Geschichte von Abwehr, Widerstand, Protest und Nichtzuständigkeiten – aber auch, und das ist zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht abzuschätzen, von einem kooperativen und erfolgreichen Abschluss der Plakatkampagne.

 – Johanna Taufner (QWIEN): Aktuelle Erinnerungsdiskurse zum Gedenken an homosexuelle Opfer des Nationalsozialismus

Im „Gedankenjahr“ 2005 luden der Kulturstadtrat Mailath-Pokorny und Frauenstadträtin Sonja Wehsely zu einer Pressekonferenz, um die Öffentlichkeit über einen bereits ausgeschriebenen Wettbewerb für ein „Mahnmal für homosexuelle und transgender Opfer des Nationalsozialismus“ zu informieren. Obwohl man sich bereits ein Jahr später auf einen Siegerentwurf einigte, musste das Projekt 2009 wegen „unlösbarer technischer Probleme“ eingestellt werden. 2014 wurde mit der Tagung „Gedenken neu gedacht – Wien gedenkt vergessener Opfer“ die Umsetzung des  Mahnmals-Projektes erneut aufgenommen.

Der Vortrag setzt sich mit der Frage auseinander, inwiefern sich der Diskurs über die Errichtung eines Mahnmals für homosexuelle und transgender NS-Opfer in Wien in den letzten zehn Jahren verändert hat. Im Workshop werden temporäre Installationen in Wien, die den homosexuellen Opfern gewidmet wurden, diskursanalytisch untersucht.

12.45 – 13.30: Mittagspause

13.30 – 14.15: Kurzvorträge zu den Workshops

– Johann Kirchknopf (Universität Wien): Was heißt „homosexuell“ vor Gericht? Die Definierung homosexueller Handlungen durch Gerichte in Österreich im 20. Jahrhundert

Im 20. Jahrhundert erreichte die Strafverfolgung homosexueller Handlungen durch das NS-Regime ihren grausamen Höhepunkt in der jüngeren Geschichte, und ebenso ihr Ende – jedenfalls wurde 1971 das Totalverbot aufgehoben. Der Straftatbestand, der dieser Verfolgung zugrunde lag, definierte jedoch keine Handlungen und war über den Zeitraum von beinahe 120 Jahren im Wortlaut unverändert geblieben: § 129 I b des Strafgesetzes von 1852 definierte als ein Verbrechen „Unzucht wider die Natur […] mit Personen desselben Geschlechts“ (RGBl. 117/1852, S. 521). Im Vortrag wird die schwankende und teilweise sogar widersprüchliche Rechtsprechungspraxis des Obersten Gerichtshofs thematisiert und kritisch beleuchtet. Im anschließenden Workshop werden anhand von Auszügen aus Gerichtsakten Beispiele der praktischen Anwendung des Gesetzes durch Gerichte diskutiert.

– Manuela Bauer (QWIEN)/Christopher Treiblmayr (Universität Wien): „Warme“ vor Gericht. Fragen der Selbst- und Fremddefinition Homosexueller in Prozessen der NS-Zeit

Der Werkstattbericht stellt erste Ergebnisse eines bei QWIEN laufenden Projekts vor, das die bislang umfassendste Bestandsaufnahme der Eigen– und Fremdwahrnehmungen von Homosexualitäten in Österreich während der NS-Herrschaft erarbeiten will. Aufbauend auf zwei Vorgängerprojekten sollen dabei die Akten von 1.400 wegen homosexueller Handlungen beschuldigter Männer und Frauen ausgewertet werden, wobei der quellenkritische Umgang mit Verfolgungsdokumenten eine besondere Herausforderung darstellt.

14.30 – 16.00: Workshops zu den Themen der Kurzvorträge

16.00 – 16.30: Berichte aus den Workshopgruppen

Der Queer History Day wird unterstützt von:

MA17_Balken

Print Friendly

Und was sind Ihre Gedanken? Lassen Sie uns daran teilhaben.

Hinterlassen Sie hier Ihren Kommentar oder setzen Sie einen "trackback" von Ihrem eigenen Internetauftritt. Sie können natürlich auch Kommentare zu diesem Beitrag via RSS abonnieren.

QWIEN ist eine Nichtraunzer-Zone: Seien Sie freundlich, bleiben Sie höflich - und natürlich beim
Thema. Bitte müllen Sie uns nicht zu ("no spam"). Danke.

Folgende "tags" stehen zur Auswahl:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Dieses Weblog nutzt 'Gravatar'; um einen eigenen 'Gravatar' zu bekommen, bitte hier registrieren Gravatar.