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Über uns

Von Ecce Homo (Wien ist andersrum) zu Zentrum QWIEN

Die Aufgaben und Ziele des Vereins Ecce Homo (Wien ist andersrum) hatten sich in den letzten Jahren seines Bestehens stark verändert. Das liegt zum einen an der Stellung von Schwulen und Lesben in der Gesellschaft, zum anderen an einem Diskurs bezüglich Homosexueller, der sich grundlegend geändert hat. War es in den Anfangszeiten der kulturellen Aktivitäten von Ecce Homo der Hauptimpuls, schwule bzw. lesbische Kultur (im Rahmen der damals von der Kulturpolitik geförderten Möglichkeiten) nach Wien zu holen, so sind diese Traditionen mittlerweile Bestandteil der Mainstream-Kultur geworden. Um Georgette Dee, Max Raabe, Irmgard Knef oder Die Geschwister Pfister zu sehen, stehen dem Wiener Kulturpublikum heute zahlreiche Institutionen offen, dafür ist keine eigene „Sparte“ mehr nötig (auch wenn es durchaus noch immer sinnvoll und spannend sein kann, sie gelegentlich zu präsentieren – und wir hoffen darauf!).

Die Plakatkampagne zu Wien ist andersrum O5 erregte im Jahr 2000 großes Aufsehen.

Das Festival „Wien ist andersrum“ wurde aufgebaut von Jochen Herdieckerhoff und eroberte sich mit frechen Plakaten und spektakulären Auftritten ein beachtlich großes Segment des Wiener Kulturpublikums. Gegen große Widerstände setzte Herdieckerhoff bereits 1996 ein großes Wiener Kultur- und Entertainmentfestival mit schwulen und lesbischen Künstler/innen durch. Nach Europride 2001 und dem bis dato größten Festival im Zirkuszelt im Sigmund-Freud-Park vor der Votivkirche zog sich Jochen Herdieckerhoff zurück und übergab Ecce Homo an Hannes Sulzenbacher, der seit 1998 das Festival mitorganisiert hatte.

In den Jahren 2002 und 2004 fanden Neuauflagen des Festivals statt. Danach bereitete sich ein stark vergrößertes Team auf die größte Unternehmung von Ecce Homo vor, der Ausstellung „geheimsache : leben. Schwule und Lesben im Wien des 20. Jahrhunderts“, die im Herbst/Winter 2005/06 in der Wiener Neustifthalle zu sehen war. Ein Team aus fünf Kurator*innen (Andreas Brunner, Ines Rieder, Nadja Schefzig, Hannes Sulzenbacher und Niko Wahl) und acht Rechercheur*innen erzählten erstmals in Österreich mit über 700 Objekten die Geschichte von Lesben, Schwulen und Trans*Personen.

Als Resultat aus der Recherchetätigkeit und Durchführung der Ausstellung und durch eifriges Zusammentragen von Materialien schon in den Jahren zuvor entstand das größte Archiv sowie die vermutlich größte Bibliothek Österreichs zu lesbisch/schwuler Kultur und Geschichte. (Das Wiener Frauen- und Lesbenarchiv „Stichwort“, das zweifelsohne über größere Bestände verfügt, sammelt ausschließlich Zeugnisse der Frauen- und Lesbengeschichte und ist ausschließlich für Frauen* zugänglich.)

Ecce Homo benannte sich 2007 in QWIEN – Zentrum für schwul/lesbische Kultur und Geschichte um und strukturierte die Aufgabengebiete neu. 2009 wurde das Zentrum QWIEN offiziell eröffnet. Neben der Einrichtung eines Archivs und einer Bibliothek, in welchen sich vor allem schriftliche und materielle Zeugnisse queeren Lebens befinden, ist die Aufgabe des Zentrums die Durchführung wissenschaftlicher Forschungsprojekte, die Vermittlung queerer Geschichte, insbesondere mit Stadtführungen (QWIEN Guide) sowie mit Vortrags- und Publikationstätigkeiten.

Anlässlich des 10-jährlichen Bestehens benannte sich QWIEN in Zentrum für queere Geschichte um.

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